Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
9
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Auswahl aus den Briefen Luthers.

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Dem Wohlgebornen Herrn, Herrn Battime von Sta-renberg, meinem gnädigen Herrn.

Gnade und Friede in Christo, gnadiger Herr. Diese Schriftan E. Gn. von mir Unbekannten hat erzwungen N. Wernsdorfer,aus Christlicher Ursache und Treue. Darum bitte ich auss Erste,E. Gn. wolle mir solches zu gute halten.

Er hat mir berichtet, ivee E. G- durch Abgang ihres liebenGemahls, in Gott verschieden, sich fast bemühe, sonderlich mit vielGottesdienst und guter Wercke, besonders mit Messen, Vigilien, ih-rer Seelen nachzuthun, als die an E. Gn. Liebe und Treue höch-lich erzeiget an ihrem Leben, solches wohl verdient habe. Danebengebeten, daß ich E. Gn. davon wollte wenden mit Schriften, demichs denn nicht habe wissen abzuschlagen, angesehen, daß E. Gn. dasBeste darinne gesuchet würde. So bitte ich E. Gn. denn unter-thaniglich, solches für gut aufzunehmen. Und auss erste soll E. Gn.sich erinnern, daß Hiob sagt, Cap. 1, 2t.- Der Herr hats gegeben,der Herr hats genommen, wie es dem Herrn gefallen, also ists ge-schehen; eben also soll E. Gn. ihrem Gott auch singen, der solchengetreuen Gemahl E. Gn. gegeben, und nun wieder genommen hat.Sie war sein, ehe er sie gab; sie war auch noch sein, da er sie gegebenhat; sie ist auch noch sein, nachdem er sie genommen hat, wie wir alle sind.Darum, ob es uns wohl wehe thut, daß er das Seine von uns nimmt,sollen wir doch uns höher und mehr trösten seines allerbesten Willens,denn aller seiner Gaben; also ist auch sein Wille besser zu halten,denn das allerbeste und edelste Weib. Wiewohl man kann es nichtalso empfinden, wie diß; der Glaube empfindet es aber.

Darum gebe E. Gn. Gott das Seine ftölich, und nehme andiesen reichen Wechsel und unmassigen Wucher, daß sie nun hat fürein zartes, liebes Weib, einen zarten, lieben Gottes Willen, ja, dazuGott selber. O wie selig und reich waren wir, wenn wir mit Gott solchenWechsel könnten treiben. Ja, wir könnten ihn wohl treiben, wenn wirsverstünden- Denn Gott begegnet uns taglich; wir können ihn aber nichtgrüssen. Auss andere, Gn. Herr, ist meine Bitte, E. Gn. wollen ablassenvonMessen, Vigilien und taglichem Gebet für ihre Seelen; esistgenug,wenn E. Gn. einmal oder zwieer für sie bittet, weil uns Gott zuge-sagthat: Was ihr bittet, glaubet, daß ihrs haben werdet, so habt ihrsgewiß, Match kl, 22. Sonst, wo man solch Gebet immer zu umeins Sache antreibt, ists ein Zeichen, daß wir Gott nicht glauben,