Auswahl aus den Briefen LucherS.
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müssen lausten, ich habe nicht mehr Zeit, will selbst, so Gott will,schier da sey. E. F. G. nehme sich mein nur nicht an.
Anno 1522.
E. F. G.unterthanigec DienerMartin us Luther.
Sondbriof an die Christen in Holland und Bradaut.
d
Allen lieben Brüdern in Christo, so in Holland, Brabant und Flandernsind, samt allen Gläubigen in Christo, Gnade und Friede von Gott,unserm Vater, und unserm Herrn Jesu Christo.
Lob und Dank sey dem Vater aller Barmhertzigkeit, der unszu dieser Zeit wiederum sehen laßt sein wunderbares Licht, welchesbisher um unser Sünde willen verborgen gcwest, uns der greulichenGewalt der Finsterniß hat lassen unterworfen seyn, und so schmäh-lich irren und dem Antichrist dienen. Aber nun ist die Zeit wieder-kommen, daß wir der Turtellauben Stimme boren und die Blumenaufgehen in unserm Lande. Hohel. 2, 11. 12.
Welcher Freude, meine Liebsten, ihr nicht alleine theilhastig,sondern die Vornehmsten worden seyd, an welchen wir solche Freudeund Wonne erlebt haben. Denn euch ist vor aller Welt gegeben,das Evangelium nicht alleine zu hören und Christum zu erkennen,sondern auch die Ersten zu seyn, die um Christi willen fetzt Schandund Schaden, Angst und Noth, Gefängniß und Fahrlichkeit leiden,und nun so voller Früchte und Starcke worden, daß ihrs auch miteigenem Blute begossen und bekräftiget habt, da bey euch die zweyedle Kleinod Christi, Henricus und Johannes, zu Brüssel, ihr Lebengering geachtet haben, auf daß Christus mit seinem Wort gepreisetwürde. O wie verächtlich sind die zwo Seelen hingerichtet, aberwie herrlich und in ewiger Freuden werden sie mit Christo wiederkommen und reckt richten diejenigen, von denen sie jetzt mit Unrechtgerichtet sind. Ach, wie gar ein gering Ding ist, von der Welt ge-schändet und getödtet werden, denen, so da wissen, daß ihr Blut köst-lich, Ps. 9,13. 72, 14., und ihr Tod ist theuer vor Gottes Augen,wie die Psalmen singen, 11k, 15. Was ist die Welt gegen Gott?
Welch eine Lust und Freude haben alle Engel gesehen an die-