Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
6
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k Auswahl aus den Briefen Luthers.

Unterschied, Geduld haben, und die Bosheit der Prälaten schweigen.Schweigen taugt nicht, leiden soll man; strafen und schelten mußman, aber lieben und wohlthun muß man auch.

Ein Vater schilt, straft und stäupt sein Kind, und ist ihm dochnicht feind; der ist ihm aber seind, der seine Bosheit schweiget undnicht schilt, noch strafet. Hiermit befehle ich euch Gott. Gegebenzu Wittenberg, den 1.5. Juni, Anno 1522.

Martinus Luther.

An Herzog Friedrichen, Churfürsten zu Sachsen, Carl-stadts vorgenommene Neuerungen betreffend. Meinemallergnädigsten Herrn Herzog Friedrichen, Churfürstenzu Sachsen, zu eignen Handen.

Gnade und Glück von Gott dem Vater zum neuen Heiligthum.Solchen Gruß schreibe ich nun M. G. Herr anstatt meiner Erbi-tung. Ew. Fürstl. Gnaden hat nun lange Jahr nach Heiligthumin alle Lande bewerben lassen, aber nun hat Gott E. F. G. Be-gierde erHort, und heimgeschicket ohne Kost und Mühe ein gantzesCreutz mit Nageln, Speren und Geisseln. Ich sage abermal Gnadeund Glück von Gott zum neuen Heiligthum, E. F. G. erschreckenur nicht, ja, ich strecke die Arme getrost aus und lasse die Nageltief eingehen, ja, dancke und sey frölich, also muß und soll es geben,wer Gottes Wort haben will, daß auch nicht allein Annas und Eai-phaS toben, sondern auch Judas unter den Aposteln sey, und Sata-nas unter den Kindern Gottes. E. F. G. sey nur klug und weise,und richte es nicht nach Vernunft und Ansehen des Wesens. Zagtnur nicht, es ist noch nicht dahin, da Satanas hin will. E. F. G.glaube mir Narren doch auch ein klein wenig, ich kenne nemlichdiese und dergleichen Griffe Satana, drum fürchte ich mich auchnicht, das thut ihm wehe. Es ist noch alles das Ansahen; laßtWelt schreyen und urtheilen, laßt fallen, wer da fallet, auch St. Pe-ter und die Apostel: sie werden wohl wieder kommen am drittenTage, wenn Ehristus wieder aufstehet. Es muß das auch an unserfüllet werden. 2. Eor. 6.

E. F. G. wolle für gut halten, für grosser Eile hat die Feder