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V. 18. Wem wollt ihr denn Gott nachbilden? Oder was fürein Gleichniß wollet ihr ihm zurichten?
Er fahret fort in der Widerlegung. Da ich ein solcher undein so großer Gott bin, so kannst du nichts erdencken, dadurchdu mich befriedigen, oder meine Gunst verdienen könntest. Denndie bilden einen fremden Gott, die da glauben, er könne durchWercke versöhnt werden.
V. 19. 20. Der Meister geust wohl ein Bild, und der Gold-schmied übergüldet es, und machet silberne Ketten dar-an. Deßgleichen, wer eine arme Hebe vermag, derwählet ein Holtz, das nicht faulet und suchet einenklugen Meister darzu, der ein Bild fertige, das bestan-dig sey.
Also wird dieser Text am füglichsten übersetzt. Die Mey-nung aber ist diese: Die Reichen machen Bilder von Gold, dieArmen aus Holtz, und also richten sie Gott einen Dienst an.Denn das war zu selbiger Zeit also gebrauchlich. Unsere heutigenPapisten thun eben dergleichen, wenn man betrachtet, wie undm was vor Absicht sie es thun, obgleich dasjenige, womit sie esverrichten, oder die Materie, etwas anders ist. Denn jene, dieJuden, dachten, wenn sie ein Bild aufgerichtet hatten, sie hattenein Werck gethan, das Gott angenehm sey, wie denn die Jsrae-liter sagen.- Das sind deine Götter, die dich aus Egypten gefüh-ret haben, als wollten sie sagen: Dieser Dienst gefallt dem wah-ren Gott, der uns aus Egypten geführet hat. Eben dieses thunauch heut zu Tage die Mönche und der übrige Haufen des Pabsts,welche dieses ihren von ihnen selbst erwählten Wercken zuschrei-ben, daß sie Gott gefallen und ihn versöhnen?
V. 21. Wisset ihr nicht? Höret ihr nicht? Isis euch nicht vor-mals verkündiget?
Zu der Widerlegung setzt er eine Bestrafung: Ihr habt vonNarur einige Erkenntniß von Gott, sonst würdet ihr nicht Gottunter den Götzen ehren. Aber dieser Erkenntniß gehet ihr nicht,sonst würdet ihr dasjenige nicht thun, was ihr thut. Denn voneuch hat Gott keine Hülfe, von euch wird er nicht versöhnet, voneuch wird er nicht gebildet, er bedarf nicht eurer Wercke; wiePaulus in der Apost. 17, 25. spricht: Er gibt uns, er empfangtnichts von uns, er hilft uns, von uns hat er keine Hülfe. War-um wollet ihr ihm denn nun etwas geben? Warum erdichtet ihrdenn, daß er an euren Gottesdiensten und Wercken Lust habe,daß er durch dieselbe versöhnet werde? :c.