Jesaia 40. 7l
geber unterweiset ihn? Wen fraget er um Rath, derihm Verstand gebe und lehre ihn den Weg des Rechts,und lehre ihn die Erkenntniß und unterweise ihn denWeg des Verstandes? Siehe, die Heyden sind geachtetwie ein Tropffen, so im Eymer bleibet, und wie einScherflein, so in der Wage bleibet. Siehe, die Jnsu-len sind wie ein Staublein. Der Libanon wäre zu ge-ringe zum Feuer, und seine Thiere zu geringe zumBrandopffer. Alle Heyden sind vor ihm nichts, undwie ein nichtiges und eiteles geachtet.
Diesen Text ziehen einige dahin, als ob Gott seine Machtrühme, um die Schwachen dadurch auszurichten, gleichwie Jo-hannes auch spricht: Der ist grösser, der in uns ist, denn der inder Welt ist, 1. Joh. 4, 4. Ich aber halte es für eine Widerle-gung der Ketzer und Werckheiligen, so wider die Gerechtigkeit desGlaubens streiten und sich unterfangen, eine so große Macht,nemlich die göttliche Majestät, mit ihren selbsterwählten Werckenzu befriedigen, und Gott gleichsam vorschreiben, was er billigenund mißbilligen, was ihm gefallen und mißgefallen solle. Widerdieses schandliche Vertrauen auf unsere Kräfte und Wercke be-schreibet er die göttliche Macht mit so gar hohen Figuren, aufdaß er uns auf das Wort zurück führe, welches der Ritterschaftein Ende macht und uns Zwiefältiges schencket für unsere Sün-den, damit wir ein gewisses Vertrauen allein auf die GnadeGottes setzen, die uns in Ehristo dargeboten und geschencket wird.Demnach widerleget er diejenigen, die etwas anders, als dieGnade und den Glauben lehren. Wer, spricht er, misset die Was-ser mit der Faust und wer fasset den Himmel mit der Span-ne? w. Als wollte er sagen: So groß ist die Größe der göttli-chen Macht. Worinne nun könnet ihr elenden Würmer ihm et-was gleich thun? Auf alle diese Fragen nun, die hier der Pro-phet thut.- Wer misset die Wasser mit der Faust und fasset dieHimmel mit der Spanne? ec. antworten die, so durch die Werckewollen gerecht werden, und alle, die im Vertrauen auf die Werckeeinhergehen: Wir können das thun. Und sie sind Rathgeber, jaLehrmeister des Heiligen Geistes, und Werckmeister, die nach derGottheit streben und sich selbst an Gottes Stelle setzen. Dennwenn wir von dem Worte abweichen, so hänget uns die Kraftdieser angebornen Sünde an, daß wir nach der Gottheit streben,gleich wie Adam im Paradies that, da er sich vom Satan bere-den ließ, er würde Gott gleich seyn, 1. Mos. 3, 5.