24t) Daß man die Kinder zur Schule hatten soll.
die, davon droben gesagt ist. Denn sie ist, wahrlich, schuldig, die ab-gesagten Aemter und Stande zu erhalten, daß Prediger, Juristen,Pfarrherren, Schreiber, Aertzte, Schulmeister und dergleichen bleiben;denn man kann derer nicht entbehren. Kann sie die Unterthanenzwingen, so da tüchtig dazu sind, daß sie müssen Spieß und Büchsentragen, auf die Mauren laufen, und anderes thun, wenn man krie-gen soll; wie vielmehr kann und soll sie die Unterthanen zwingen,daß sie ihre Kinder zur Schule halten, weil hie wol ein ärgerer Kriegvorhanden ist mit dem leidigen Teufel, der damit umgehet, daß erStädte und Fürstenthum will so heimlich aussaugen, und von tüchti-gen Personen leer machen, bis er den Kern ausgebohret, eine ledigeHülsen da lasse stehen, von eitel unnützen Leuten, da er mit spielenund gauckeln könne, wie er will; das Heisset freylich eine Stadt oderLand ausgehungert, und ohne Streit in sich selbst verderbt, ehe mansich umstehet. Thut doch der Türcke wol ein anders, und nimmt dasdritte Kind in seinem ganzen Reich, und zeuchts, wozu er will. Wievielmehr sollten unsre Herren doch etliche Knaben nehmen zur Schu-le, so doch damit den Eltern das Kind nicht genommen, sondern zuihrem Besten und zu gemeinem Nutz erzogen würde, zu dem Amt,da ihm gnug gegeben wird.
Darum wache hie, wer wachen kann; die Obrigkeit, wo sie ei-nen tüchtigen Knaben stehet, daß sie den zur Schule halten lasse. Istder Vater arm, so helfe man mit Kirchengütern dazu. Hie sollten dieReichen ihre Testamente zu geben, wie denn die gethan haben, die et-liche Stipendia gesiisstet haben; das Hiesse recht zur Kirchen dein Geldbescheiden. Hie losest du nicht der Verstorbenen Seelen aus demFegfeuer, sondern hilfest durch Erhaltung der göttlichen Aemter, beydeden Lebendigen und den Zukünftigen, die noch nicht geboren sind,daß sie nicht hinein ins Fegfeuer kommen, ja daß sie aus der Hölleerlöset werden, und gen Himmel fahren, und die Lebendigen, daß sieFriede und Gemach haben. Das möchte ein löblich, Christlich Testa-ment seyn, da hatte Gott Lust zu und Gefallen dran, und würde dichwiederum segnen und ehren, daß du auch Lust und Freude an ihmhaben würdest. Wolan, ihr lieben Deutschen, ich Habs euch genuggesagt, ihr habt euern Propheten gehöret. Gott gebe uns, daß wirseinem Worte folgen, zu Lob und Danck unserm lieben Herrn, fürsein theures Blut, für uns so gnadiglich dargestreckt, und behüte unsfür dem greulichen Laster der Undanckbarkeit und Vergessung seinerWohlthat, Amen.