Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
Seite
239
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Daß man die Kinder zur Schule halten soll.

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noch Liebe zu dem lieben Heilande für seine saure schwere Martererzeigen, sondern wollen mit solchen schrecklichen Greueln dazu nochEvangelisch und Christen seyn.

Wenn es so soll in Deutschen Landen gehen, so ist mirs leid,daß ich ein Deutscher geboren bin, oder je Deutsch geredt oder ge-schrieben habe: und wo ichs vor meinem Gewissen thun könnte,wollte ich wieder dazu rathen und helfen, daß der Pabst mit allenseinen Greueln wieder über uns kommen müßte, und arger drücken,schänden und verderben, denn zuvor je geschehen ist. Vorhin, daman dem Teufel dienete und Christi Blut schändete, da stundenalle Beutel offen, und war des Gebens zu Kirchen, Schulen undallen Greueln keine Maasse; da konnte man Kinder in Klöster,Stiffte, Kirchen, Schulen treiben, flössen und zwingen, mit unsäg-licher Kost, das alles verloren war.

Nun man aber rechte Schulen und rechte Kirchen soll stifften,ja nicht stifften, sondern alleine erhalten ein Godau, (denn Gotthats gestifftet und gnug dazu geben, auch zu erhalten,) und wirWissens, daß Gottes Wort ist, und daß es die rechte Kirche gebauetheißt, Christi Blut und Marler geehret; da sind alle Beutel miteisernen Ketten zugeschlossen: da kann niemand zu geben, und überdas auch die Kinder davon reissen, und ihnen nicht gönnen, daßsie doch von der Kirche (da wir nichts zu geben,) ernähret würden,und zu solchen heilsamen Aemtern, darinn sie doch auch zeitlich,ohne ihr Authun, versorget sind, kommen möchten, Gott zu dienen,Christi Blut und Marter zu ehren und zu erhalten; sondern stossensie lieber dem Mammon in den Rachen, und treten Christi Blutdieweil mit Füssen, und sind dennoch gute Christen.

Ich bitte Gott um ein gnädiges Stündlein, daß er mich vonhinnen nehme, und nicht sehen lasse den Jammer, so über Deutsch-land gehen muß. Denn ich halte, wenn zehen Mose ständen, undfür uns bäten, so würden sie nichts ausrichten; so fühle ichs auch,wenn ich für mein liebes Deutschland beten will, daß mir das Gebetzurückprallet, und will nicht hinaufdringen, wie es sonstthut, wennich für andere Sachen bitte. Denn es will werden, daß Gott wirdLoth erlösen, und Sodomam verstricken. Gott gebe, daß ich lügenmüsse, und in diesem Stück ein falscher Prophet sey; welches geschehenwurde, so wir uns besserten, und unsers Herrn Wort, und sein theu-res Blut und Sterben anders ehreten, denn bisher geschehen, unddem jungen Volck zu den göttlichen Aemtern (wie gesagt ist,) hülfenund erzögen.

Ich halte aber, daß auch die Obrigkeit hie schuldig sey, die Un-terchanen zu zwingen, ihre Kinder zur Schule zu halten, sonderlich

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