Daß man die Kinder zur Schule halten soll.
Mensch, sondern sein Amt, von Gott dazu geordnet, das thuts,und das Wort Gottes, das er lehret; denn er ist ja das Werckzeugdaselbst zu.
Thut er nun solche grosse Wercke und Wunder geistlich, sofolget daraus, daß er sie auch leiblich thut, oder je ein Anfangerund Ursache dazu ist. Denn woher kommts, daß die Christen amJüngsten Tage von den Todten auferstehen werden, daß alle Tau-be, Blinde, Lahme, und was für Plagen am Leibe gswest sind,müssen ablassen, und ihre Leichname nicht allein fein hübsch, ge-sund, sondern auch so helle und schön leuchten werden als die Son-ne, wie Christus spricht? Kömmrs nicht daher, daß sie durchs WortGottes hie auf Erden sind bekehret, glaubig, getaust, und Christoeingeleibet? wie Paulus sagt Rom. 8, li., daß Gott wird unseresterbliche Leichname auferwecken, um seines Geistes willen, der inuns wohnet. Wer hilft nun den Menschen zu solchem Glaubenund Anfang der leiblichen Auferstehung, ohne das Prebigtamt undWort Gottes, das dein Sohn führet? Ist nun das nicht ein un-ermeßlich größer, herrlicher Werck und Wunder, denn so er leiblichoder zeitlich Todten auferweckete wieder zu diesem Leben, oder Blin-den, Tauben, Stummen, Aussatzigen Hülfe in der Welt, und invergänglichem Wesen.
Wenn du gewiß wärest, daß dein Sohn dieser Wercke einesan einem einigen Menschen sollte thun, nemlich daß er mir einenBlinden sollte sehend machen, einen Todten auferwecken, eine Seeledem Teufel nehmen, einen Menschen aus der Hölle erretten; oderwelches der eines wäre: solltest du nicht billig mit allen Freudendein Gut daran wagen, daß er zu solchem Amt und Wercke möchteerzogen werden, und vor großen Freuden springen, daß du mit dei-nem Gelde vor Gott so ein groß Ding hattest gestifstet? Denn wassind alle Stiffte und Klöster, wie sie jetzt sind und im Brauch ge-hen, mit ihren eignen Wercken, gegen einen solchen Pfarrherrn,Prediger oder Schulmeister? Wiewohl sie vorzeiten und anfanglichvon frommen Königen und Herren allzumal zu diesem theuren Werckgestifstet sind, daß man solche Prediger und Psarrherren drinnen er-ziehen sollte; wir aber, leider! durch den Teufel in den Jammergerathen, daß es Mördergruben und eitel Vorgebirge der Höllenworden sind, zum Verderben und Schaden der Christenheit. Nunstehe, dein Sohn thut solcher Wercke nicht eins allein, sondern viel,ja allesammt, dazu taglich; und das das allerbeste ist, vor Gottthut er sie; derselbige stehet sie dafür an, und halt sie so theuer undhoch, wie gesagt ist, obs gleich die Menschen nicht erkennen noch