Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
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Daß man die Kinder zur Schule halten soll.

Der erste T h e i l.

Vom geistlichen Nutz und Schaden, so aus der Schulen-Förderung oder

Verachtung entstehet.

Und daß du nicht denckest, ich spreche dir hiemit zu hart zu,so will ich dir beyde, Nutz und Schaden zum Theil vorlegen, (dennwer kann sie alle erzählen,) die du thust, daß du selbst sagen müssest,du seyest mit allem Recht des Teufels eigen, und billig zur Höllenewiglich verdammt, wo du dich hierinn straflich findest, und dichnicht besserst: wiederum auch, dich von Hertzen freuen und fröhlichscyn mögest, wo du dich hierinn findest, daß du von Gott dazu er-wählet bist, mit deinem Gut und Arbeit einen Sohn zu erziehen,der ein frommer, Christlicher Pfarrherr, Prediger oder Schulmeisterwird, und damit Gott selbst erzogen hast einen sonderlichen Diener;ja, wie droben gesagt ist, einen Engel Gottes, einen rechten Bi-schof vor Gott, einen Heiland vieler Leute, einen König und Für-sten in Christi Reich, und in Gottes Volck einen Lehrer, ein Lichtder Welt. Und wer will oder kann alle Ehre und Tugend erzähleneines rechten treuen Pfarrherrns, so er vor Gott hat? Es ist jakein theurer Schatz, noch edler Ding auf Erden und in diesem Le-ben, denn ein rechter, treuer Pfarrherr oder Prediger. Denn,rechne du selbst, was Nutzens das liebe Predigtamt und die liebeSeelsorge schaffet, dieselbige schaffet gewißlich auch dein Sohn, dersolch Amt treulich führet; als daß so viel Seelen täglich durch ihngelehret, bekehret, getauft, und zu Christo gebracht und selig gemachtwerden, und von Sünden, Tod, Hölle und Teufel erlöset, zur ewi-gen Gerechtigkeit, zum ewigen Leben und Himmel durch ihn kom-men, daß wohl Daniel am 12, 3. sagt, daß die, so andere lehren,sollen leuchten, wie der Himmel, und die, so viel zur Gerechtigkeitweisen, sollen seyn, wie die Sterne in Ewigkeit. Denn weil Got-tes Wort und Amt, wo es recht gehet, muß ohne Unterlaß grosseDinge thun, und eitel Wunderwercke treiben, so muß dein Sohnauch ohne Unterlaß grosse und eitel Wunder thun vor Gott, alsTobten auferwecken, Teufel austreiben, Blinde sehend, Taube hö-rend, Aussätzige rein, Stumme redend, Lahme gehend machen; obsnicht leiblich geschieht, so geschiehts doch geistlich in der Seele, daßes viel grösser ist, wie Christus spricht Joh. 14, 12.- Wer an euchgläubet. der wird die Wercke thun, die ich thue, und noch grössereWercke thun. Kann solches ein Glaubiger thun gegen einzelnePersonen, wie vielmehr wird solches thun ein öffentlicher Predigergegen und in einem gantzen Haufen? Nicht, daß ers thue, als ein