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Von guten Wercken,
35. Ist noch schuldig, das gantze Gesetz zu thun.
36. Hat Christum verloren.
37. Ist von der Gnade gefallen.
38. Laßt sich aufhalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen.
39. Laßt sich überreden deß, das nicht göttlich ist.
40 Laßt sich versauren mit dem Sauerteige des Verderbens.
41. Wird verdammt, so er solches lehret.
42. Beisset sich mit den andern und wird sammt ihnen ver-zehret.
43. Deß thun ist nichts anders, denn eitel Werck des Fleisches.
44. Halt viel von sich selber, so doch gar nichts dahinten ist.
45. Rühmet sich ausser Gott.
46. Machet sich angenehm nach dem Fleisch, bey denen, sofleischlich sind.
47. Ist dem Creutz Christi und Verfolgung feind.
48. Halt nichts weniger, denn das Gesetz.
49. Rühmet allein von fleischlicher Lehre.
50. Dem ist alles zumal verloren, und taugt, noch gilt nichts,was er ist, hat, weiß und kann :c.
Der heiligen und rechtschaffenen, frommen Christen gute Wer,cke sind unrein und besudelt, wenn man sie allein an ihnen selbstanstehet, abgesondert vom Glauben, wie denn geschiehet, wenn mansich drauf verlaßt und trauet. Auf daß man aber nun nicht draufvertraue, so ist es nütze, sie werden verdammt und zu Sünde ge-macht; wie es denn seyn soll und muß, wenn sie abgesondert wer-den als ein Weg zu Gerechtigkeit, vom Glauben gesondert und ge-trennet.
Weil aber der Glaube von Natur und Art vor den Werckenist und seyn muß, so sagen wir recht, daß wir allein durch denGlauben gerecht werden. Denn, daß wir glauben, geschieht nichtdurch Wercke, sintemal sie noch nicht vorhanden sind, oder gesche-hen, sondern durchs Wort, das Gnade verheisset und sagt klar, daßdie Glaubigen Gott gefallen und selig und die Sünden vergebensind. Darnach thut man durch den Glauben gute Wercke. Alsowird der Glaube ingrossirt und kenntlich, ja schier greifflich gemachtdurch die Wercke. Gleichwie die Gottheit allein und Christus derHerr auch ist, den man nicht sehen noch begreiffen kann; aber nach-dem er Mensch ist worden, so wird er sichtlich und greifflich, wieJohannes sagt, 1. Epist. 1, 1.: Das Wort, das unsere Hände be-tastet haben, und Joh. 1, 14., das unter uns gewohnet hat w.