76 Der Glaube an Christum machet allein vor Gott gerecht.
zeugen. Kein Kaufmann oder Taglöhner arbeitete, wenn er nichtGewinn und Lohn davon Hoffete, und gewartete tc. Wie viel mehrfordert uns die Hoffnung zum ewigen Leben.
Des Glaubens Materia ist unser Wille. Die Forma ist, daßman das Wort Christi ergreifst, von Gott eingegeben. Die end-liche Ursache aber und die Frucht ist, daß er das Hertz reiniget, ma-chet uns zu Gottes Kindern und bringet mit sich Vergebung derSünde. Und aus diesen Ursachen kommt die Definition des Glau-bens, ncmlich: Glaube ist eine Gabe und Geschenck Gottes in un-serm Hertzen, damit wir Christum ergreiffen und fassen, der umunsertwillen geboren, gestorben, wieder auferstanden und gen Him-mel gefahren ist, um welches willen wir erlangen Vergebung derSünden, ewiges Leben und Seligkeit, aus lauter Gnade, ohne alleunser Verdienst und Würdigkeit.
Wenn wir einmal aushören werden zu lügm, trügen, stehlen,morden, rauben, ehebrechen, alsdenn so werden wir fromm werden,das ist, wenn man uns mit Schaufeln in die Erde verscharret.Denn Paulus sagt: Wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget vonder Sünde. Rom. 6, 7.
Wenn Gott ein Wort redet, so soll mans glauben, denn auchGott selber nicht, noch der Heilige Geist ist etwas nütze, denn alleinin und durchs Wort. Was Hilsts dem Teufel, daß er Gott fürseinen Herrn erkennet, weil er nicht glaubet, daß er ihm gnadig sey?
Christus allein ists, der uns in der Wahrheit erhalt, sa, woer recht erkannt und mit dem Glauben ins Hertz vest gefasset wird.Lassen wir ihn, unfern Heiland, allein seyn, so haben wir gewon-nen; denn er ist der einige Gürtel, der den gantzen Leib zusammenhalt, wie Paulus fein lehret und saget: Auf daß alle Dinge zusam-men, (gleichwie in einer Summe und auf einem Klauel) verfassetwürden in Christo, beyde, das im Himmel und auf Erden ist, durchihn selber. Ephes. 1, 10. Darum soll Christus das einige Hauptund der Zweck seyn in allen Dingen, auf welchen alles soll gerichtetwerden.
Doct. Mart. Luther sagete Anno 1543 über Tische, daß nichtdie guten Wercke, sondern die Gnade Gottes das ewige Leben unddie Seligkeit verdieneten, das wäre aus dem klar und offenbar, daß