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3 (1827)
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Vom Catechismo.

Des achten ist, Wahrheit, niemand beleidigen an seinem gu-ten Gerüchte, jedermann Gutes nachsagen. Dagegen ist, lügen,asstcrreden und Uebels nachreden.

Des neunten ist, Gerechtigkeit, einem jeglichen das Seine las-sen. Dagegen ist Geitz und Ungerechtigkeit.

Des zehenten Tugend ist, ohne alle böse Lüste und Begierdeseyn im Hertzen, oder sich an dem Seinen genügen lassen. Dawi-der ist, böse Lust des Hertzens.

Die zehen Gebote sollen also ausgelegt und verstanden werden,daß sie nicht allein verbieten, sondern auch gebieten, beyde, was manlassen und thun soll, wie St. Paulus sagt, I.Tim. 1, .5.: DieHaupksumma des Gebots ist, Liebe von reinem Hertzen, und vongutem Gewissen und ungefärbtem Glauben.

Der Erbsünde Strafe ist eigentlich, Gott nicht erkennen undnichts von ihm wissen, welches eine Lästerung ist; darnach, den Na-hesten nicht kennen, seiner nicht achten, das ist, ihm alles Leid thun,ihn erwürgen und umbringen. Zum dritten, sich selber nicht ken-nen, das ist, für sich selber sorgen und seiner warten, und das Seinesuchen, auch wol mit eines andern Schaden.

Die ersten drey Gebote Gottes sind der Vernunft gar unbe-kannt; die andere Tafel hat ein wenig ein Ansehen bey ihr, also,daß derselbigen Uebertreter und Uebelthäter bisweilen gestrafet wer-den. Aber die, so wider die letzten zwey Gebote thun, dieselben haltdie Welt nicht dafür, daß sie sündigen und mißhandeln.

Der Catechismus ist die rechte Laienbibel, darinnen der gantzeInhalt der christlichen Lehre begriffen ist, so einem jeden Christen zuder Seligkeit zu wissen Vonnöthen. Wie das Hohelied Salomonisein Gesang über alle Gesänge, CJntlcnm CAnticoi-uin genannt wird:also sind die zehen Gebote Gottes vooli-ina voctrlimi-nm, eine Lehreüber alte Lehren, daraus Gottes Wille erkannt wird, was Gott vonuns haben will, und was uns mangelt.

Zum andern ist das Symbolum oder das Bekenntniß des Glau-bens an Gott, unsern Herrn Jesum Christum ?c., Historie li-slo-ri'arnm, eine Historie über alle Historien, oder die allerhöchste Hi-storie, darinnen uns die unermeßlichen Wunderwerke der göttlichenMajestät von Anfang bis in Ewigkeit vorgetragen werden, wie wirund alle Creaturen erschaffen sind von Gott; wie wir durch denSohn Gottes (vermittelst seiner Menschwerdung, Leidens, Sterbensund Auferstehung,) erlöset; wie wir auch durch den Heiligen Geist