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Balthasar Bonifatius giebt m seiner Historie Imlieru Ui»x.1656. 4. S. 369 an, daß die nngcnähte Tunica zu seiner Zeit inFrankfurt aufbewahrt werde. Dieser Schriftsteller, ein bekannteritaliänischcr Jurist, geboren 1586, war als Secrctair des päpstli-chen Nuntius Bvrgia nach Deutschland gekommen, und starb 1659als Bischof von Capo d'Jstria. Sein Buch ist superim-um gen-missu et Latlioliei privileAio gedruckt. Man sieht, an dem
Zeugen ist gar nichts auszusetzen.
Der Churfürst Philipp Christoph von Trier erwähnt zu seinerRechtfertigung gegen das Capitel, und dieses bestreitet eS nicht, daßauch der Papst zu Rom eine Partikel vom angenähten Rocke bewahre.Vielleicht ist jedoch damit der oben beschriebene ganze Rock im Late-ran gemeint.
Nach einer Nachricht, bei Storck Darstellungen aus dem Rhein-«nd Moscllande, Essen 1818. 8. II, 65, und Weber Möncherei II,28, befindet sich ein angenähter Nock in Friaul.
Daß auch zu Thiers in der Auvergne ein Kleid sich befinde,das Anspruch darauf macht, der ungenähtc Rock zu sein, erwähntHr. Guerin S. 310, ohne nähere Nachweisungen zu geben. Je-denfalls werden alle diese Röcke auch ihre Beweise und Gründehaben, und ob dieselben viel schlechter sein könnten, als die bisheruns bekannt gewordenen, wäre sehr die Frage. Für eine Ungerech-tigkeit würden wir es also gehalten haben, sie neben Trier und Ur-gentem! in die Cvllcction nicht aufzunehmen, und ungerecht möchtenwir doch auch gegen Reliquien nicht verfahren, vbschon sie nach Hrn.Marr nicht zu den nothwendigen Glaubensartikeln gehören.
8. 20.
Die heiligen un genähten Röcke in Co ustantinopel, Ee or-gien und Moskau.
Es müßte auffallend sein, wenn man nicht auch in dem anallen Arten von Reliquien reichen neuen Rom einen ungenähtenRock besessen hätte. In der That läßt sich ein solcher nachweisenin dem bekannten Briefe, welchen nach Gm'bert der Kaiser Alexiusan Robert von Flandern schrieb, und in welchem er die in Con-stantinopel befindlichen Reliquien aufzählt»). Es werden darin die
a) Uebcr die Aechtheit dieses Schreibens vgl. v. Spbel Gesch. des erstenKreuzzugs S. 7. Die Worte lauten GiuiUs»« unecU. l. 26S):