cS nicht vor 855, dem Zcitpunct der Vermählung EthclwulfS. Da-gegen war das Kloster zu Argentcuil bereits 845 von den Nor-mannen in einen Schutthaufen verwandelt und der angebliche Rockvöllig verschwunden oder nach den beiden französischen Schriftstellerneingemauert, fcdenfallö nicht im Besitze Karls. Dies hat Hr. Gue-rin gesehen und sein historisches Gewissen oder seine Ignoranzfürchtet sich nicht, ganz willkührlich S. 145 die Schenkung um dasJahr 84l) zu setzen, während Alfred gar erst 84g geboren ist.Erinnern wir uns ferner daß die Schenkung des Nockes durch Irenean Karl den Großen und durch diesen an die Abtei Argentcuil einschöner, aber vor der Kritik schnell entschwundener Traum ist, socrgicbt sich, daß in jedem Fall, mag die Schenkung durch Karl,Martin oder Leo geschehen sein, der Nock von Westminster als einganz eigner, für sich bestehender, der mit keinem andern in Ver-bindung zu bringen ist.
Im folgenden Jahrhundert lernen wir einen neuen ungcnäh-tcn Rock kennen aus folgender Anmerkung Günthers zu seiner Trie-rischen Urkundensammlung a): „Schon in einer Urkunde vom Jahr„1114 geschieht des heiligen Nockes des Heilandes als einer Reli-quie Erwähnung. Ein päpstlicher nach Deutschland geschickter Le-„gat, der Cardinal Richard, war in jenem Jahre nach Mainz ge-kommen und im dortigen Kloster auf St. Jacobsberg freundschaft-lich aufgenommen worden. Zur Dankbarkeit schenkte er demselben„mehrere Reliquien und unter diesen loliquius cko lixno ckomiuiee„Orueis et üe Minien vomini ineonsutili et «io uestimento suiicle„Nurie muti-is Ikomini. Es ist nicht zu bezweifeln, daß er auch„zu Trier gewesen, diese Reliquien dort erhalten und nach Mainz„gebracht hatte." Die Anwesenheit des päpstlichen Legaten ist sichereThatsache; ob und wo die Urkunde gedruckt sei, haben wir nichtauffinden können, aber die Auctorität des Trierer Weihbischofs Gün-ther und des ihm beistimmenden Trierer Bischofs von Hommer HS.22) ist gewiß hinreichend, um ihre Existenz außer Zweifel zu setzen.Daß das bedenkliche Präjudiz, welches daraus für die Aechthcit desTrierischeu Rockes folgt, sich mit Günther nicht so heben läßt, eshabe der Legat die Reliquie eben in Trier selbst erhalten, sieht Hr.von Hommer a. a. Ort richtig ein, da derselbe Trierische Nock jaerst 1196 gefunden sei; wir setzen hinzu, da er ja ganz ist und
!>) OU, rlicn, i»asell, V, 181 »ot.