Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
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verschönerte die Domkirche, riß vieles Alte ein, führte manches Neueauf, untersuchte die Reliquicnkistcn, holte alle Behälter hervor, undstieß hiebei ans den durch deutliche Zeichen offenbar gewordenenNock, der bis dahin in der Gruft des Domes, zwischen den beidenThürmen, in dem Nicolausaltar eingeschlossen war. Er wurde dannin feierlichem Gepränge und tiefster Andacht erhoben, und in denAltar des h. Petrus niedergelegt.

Diese Erzählung enthält nun mehrere für den ungcnähten Rocksehr wesentliche Punkte. Wir wissen, bis zum Jahre 1106 hattenoch niemand den Rock gesehen, niemand wußte, wo er sich befand,erst ganz kürzlich hatte sich die Ueberzeugung festgestellt , daß manüberhaupt in seinem Besitz wäre. Höchst wichtig ist hier natürlichdie Frage, wie der Rock aus diesem Dunkel zur greiflichen Erschei-nung gekommen ist. Alles kommt daraus an, ob und wie weit dieTrierische Kirche die Identität des gefundenen Rockes mit dem inder Kiste verborgnen wahrscheinlich macht. Dies geschieht denn inBrowcrö Erzählung, wie gar nicht zu verkennen ist, soweit über-haupt dergleichen möglicher Weise gcschchn kann. Der Rock ist seitMenschengedenken ohne Nachweis verborgen, es ist also ganz in derOrdnung, daß man zufällig auf ihn stößt. Auch tauft man ihnnicht ohne Weiteres auf den Namen Christi, man hat vielmehr deut-liche Zeichen, an denen seine Natur offenbar wird. Brower weißfreilich dieselben nicht näher anzugeben, genug, man hat sich immerauf irgend eine Prüfung, hoffentlich auf eine ganz kanonische, ein-gelassen. War man nun fest von seiner Göttlichkeit überzeugt, sokonnte es nicht fehlen, daß man dies Bewußtsein mit möglichsterFeierlichkeit aussprach, und die Translation mit äußerem Glänzeund erhobener Stimmung vollzog. Der Mangel solcher Festlich-keit würde bei einer solchen Reliquie für sich allein ein Grund zumVerdachte sein, und Brower läßt es denn auch an keinem hier er-heblichen Schmucke fehlen. Die ganze Bürgerschaft preist sich glück-lich, eine feierliche Ausstellung wird angeordnet, eine ungewöhnlicheGlaubcnöwärme erfüllt alle Gcmüthcr.

So scheint eS also, wir wären ganz im Reinen. Zweifclsüch-tige Gemüther möchten immerhin eine Tradition anfechten, die nichtüber das Jahr 1106 hinausgeht, für eine gläubige Stimmungwäre jedenfalls diese Tradition im besten Einklänge mit dem nach-hcrigen Thatbestande. Leider tritt aber auch an dieser Stelle eine