Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
28
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vom hl. Kreuze und das Messer vom hl. Abendmahl von jeher be-sessen zu haben, und ln früherer, zur Zeit der Vita Agnen warman zweifelhaft, wie wir sehn werden, ob man den Nock, oder denPnrpurmantcl oder die Stiefel des Heilandes habe. In diesemZweifel aber scheint uns auch die Erklärung für die vorliegendeForm der Urkunde gefunden. Ihr Vcrfertigcr wußte über die Re-liquien Christi nichts als was ihn die Vita Agnen lehrte, eine weiteUnbestimmtheit; somit faßte'er sich kurz, und nahm den Nagel undjeden möglichen Inhalt der Kiste des Agricius (f. u.) zusammen un-ter dem Ausdruck: nebst Reliquien des Herrn. In keinem Fallewird sich noch ein vernünftiger Zweifel gegen die Behauptung er-heben lassen, daß die Urkunde Sylvesters nach den Wünschen undAnsprüchen jeder Zeit umgearbeitet und erweitert wurde.

Ehe ich zu der letzten dieser Erweiterungen, zu der Entstehungder Rocktradition übergehe, fühle ich mich gedrungen, der literari-schen Methode des Hrn. Marr einige Worte der Anerkennung zuzollen. Er geht stille, ganz stille an all jenen abweichenden Les-arten vorüber. Und doch citirt er sehr häufig die Vita Agnen,Calmcts lothringische Geschichte, Hontheims Noten zu der Urkundeund Browers Tricrschc Annalcn. Bei Browcr steht die Urkunde aufder letzten Hälfte von Seite 215 des ersten Bandes. Herr Marrschreibt eine» ganzen Satz, eine höchst gleichgültige Bemerkung, vonder ersten Hälfte von Seite 216 in sein Buch herüber, aber vorder höchst entscheidenden Urkunde, zwölf Zeilen rückwärts, drückt erdie Augen auf das Entschlossenste zu. Sollen wir wirklich glauben,daß er nichts, gar nichts von jenen bedenklichen Dingen bemerkthabe? Hätte eine solche Indolenz und Flüchtigkeit ihres Gleichen?Wird er ste zugeben, und damit über seine wissenschaftliche Unfähig-heit selbst Zengniß ablegen? Oder war er der ehrlichen Meinung,einem historischen Prädicantcn, wie er, der auf Befehl seiner Oberndie Heiligkeit eines Jnvcntarftücks seiner Domkirchc für die religiösenBedürfnisse vieler Taufende zurccht machen soll, sei es um des gutenZweckes willen und vermöge der devoten Ehrfurcht, die er überallfür den Gegenstand zur Schau trägt, erlaubt, alles seiner Ausfüh-rung Widersprechende durch vorsichtiges Verschweigen zu beseitigen?Wir müssen fast das Letzte glauben, insbesondere, wenn wir sehen,waö er von der Noth der ersten Christen, vom h. Polykarp, vonEusebius Bericht über Helenas Kreuzsindung uns schon erzählt hat,