nicht des Rockes, wenn er wirklich da war, oder, wenn die bleier-nen Tafeln verloren gegangen sind, wie kommt es, daß die von ihmnnd allen andern zweifelhaften Reliquien redenden untergehen muß-ten, die aber von wahrscheinlich und wirklich vorhandenen Martyr-resten handelnden sich erhielten?
Aber wir werden vergebens fragen, und es bleibt nichts übrig,als das erwähnte einzige Document, den schönen Rest so vieler an-dern, näher anzusehn.
s. 4.
Der heilige Nock ist in der Urkunde Sylvesters nichtverzeichnet.
Das einzige Zeugniß, welches man in Trier für ein älteresDatum der Ueberlieferung aufgetrieben hat, ist eine Urkunde desPapstes Sylvester, vom Jahre 327 sagt Brower, vom Jahre 330,wie man nach freiem Gutdünken jetzt in Trier das Datum feststellt«Diese lautet nach den Gestis Trevirorum im Wesentlichen wiefolgt:
„Wie im Heidenthum durch eigene Kraft, so ergreife auch jetzt,Trier, den Primat über Gallien und Germanien, den dir schon Pe-trus, das Haupt der Kirche verlieh, den ich, Sylvester, sein unwür-diger Diener und Nachfolger durch den Patriarchen von Antiochien,Agritius, dir erneuere und bestätige — zu Ehren der Kaiserin He-lena, welche in Trier geboren, die Stadt mit dem aus Judäa mit-gebrachten Körper des Apostels Mathias, nebst dem Nocke und demNagel des Herrn, einem Zahne des hl. PetruS, den Sandalen deshl. Andreas, dem Haupte des Papstes Cornelius herrlich beschenkteund prächtig schmückte. Wer dies Privileg wissentlich angreift, seiercommunicirt."
Ueber die Aechtheit dieser Urkunde ist merkwürdiger Weise vic-lgestritten worden. Brower, gelehrt und unbefangen, gab die Aecht-heit auf, suchte aber den Privilegien, welche dem Bisthum hier ver-liehen werden, durch die Behauptung ein hohes Alterthum zu ret-ten, daß der neuere Schreiber der Urkunde zwar nicht die Form,wohl aber den Inhalt des Originals wiedergegeben habe. Dagegenwies Hontheim aus andern Gründen das Alter des Trierischen Pri-
») Siehe sämmtliche Redaktionen der Urkunde im Originale, Anhang K.