war, wissen, daß damals während seines Aufenthaltes dort noch keineKirchen waren 5).
Hr. von Hommcr sagt S, 12 ganz recht: „Um eine Tradition„gelten zu lassen, muß ihr wenigstens nichts widersprechen, und es„müssen gewisse Thatsachen zum Grunde liegen, welche sie glaub-würdig machen." Wir haben gezeigt, daß die Voraussetzungen vondenen die sogenannte Tradition der Trierer Kirche ausgeht, falschsind. Daraus folgt, daß sich die Tradition erst später hat bildenkönnen, und daß sie somit aller historischen Beweiskraft baar ist.Wir können nun abermals einen Schritt weiter gehen und zeigen,daß überhaupt eine solche Tradition gar nicht eristirt hat.
Der letztern Meinung ist Hr. von Hommer nicht. Er meintS. 16: „diese Tradition erhielt sich auch nicht allein im Tricri-„schen, sondern auch weit und breit; es war allgemein bekannt, daß„Trier die Stadt sei, wo der h. Nock unsers Herrn aufbewahrt„werde." Vermuthlich sollen wir das nicht bloß auf sein Wort hinglauben; es werden hoffentlich solide Zeugnisse für das Vorhanden-sein der Tradition sowohl in Trier selbst, als auch weit und breitaufgewiesen werden können. Aber statt dessen hält man uns für dieweite Ferne ein Schreiben Kaiser Friedrichs I. von 1157 entgegender wenige Monate zuvor noch in demselben Jahre in Trier gewe-sen war, und für Trier kann man sich nicht etwa auf eine durchdie Jahrhunderte gehende Reihe von Zeugen berufen, sondern bringtein einziges Document vor, und zwar ein Documcnt welcher Art!
An einer Entschuldigung für diese Armuth an Nachrichten fehltes jedoch nicht. Hr. Marx erfreut uns mit einer langen Erzählung derUnglücksfälle und Zerstörungen, die Trier vom fünften bis neuntenJahrhundert erlitten hat. Hier sei natürlich zwar der heilige Nockerhalten worden, aber alle Nachrichten über ihn verloren gegangen.Die Erzählung der Gesten ») hätte ihn belehren können, wie sorgfältigman vielmehr damals mit den Heiligthümern umging. Man verbargalles Kirchengut in unterirdischen Grüften, ebenso die Reliquien derMärtyrer; man nahm die Inschriften, die deren Namen anzeigten,von den Wänden und grub ihre Namen und Geschichte in bleierneTafeln ein, deren Inhalt die Gesta mittheilen, und bei denen es sehrbeachtenswerth ist, daß sie, ganz wie zu vermuthen, nur von Mar-tyrrcliquicn und keinen andern sprechen. Warum erwähnte man
a) I. 86. sqq. VV>Ut.