Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
XVII
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XV II

In der Dcdication an den Churfürsten Richard erklärt derVerfasser Johannes Enen, der im Jahr 1519 Weihbischof wardund am 31. Juli 1519 gestorben ist (BrowcrII. 332), die Gründe,die ihn veranlaßt «fürab dem heyligcn rock zu lobe vnd zu eren einbiichlin zu componieren«, um nämlich zuverlässige Nachrichten überTrier und seine Heiligthümcr bekannt zu machen. »Es sint auch dißvergangen iare vylc vnd manchcrley brieff vnnd clein tractatel ge-trückt, welcher eins teyls neben der warheit hin geschlichen sind,vnd vile falschen dings der warheit zu weder melden. Auch etlichenzu vile, die anderen zu wenig gesatzt haben vnd in besonderheit eintractatel oder büchelin von einem könig genannt Orendel welchesdoch gar falsch erdicht vnd falls ich glaub) vmb cigents nutz willcangefangen sey So gar in keinen berumbten angenommendenhistoriographen schrifften fonden wiirt.«

Das Buch zerfällt in drei »Tractaten«, wovon die beiden erstenbis Bl. 25 u die fabelhafte Geschichte von Trier nach den Gestenbis auf den Erzbischof Modoald in der Mitte des siebenten Jahr-hunderts erzählen. Hier bricht der Verfasser ab und zählt bloß dieNamen der später» Erzbischöfe auf. Die Hauptsache ist ihm offen-bar derdrytt Tractat, von dem ytzt gegenwurtigen stand der selben»Heyligen stat vonn Trier Vnnd wiirt dißcr tractat gedeylt sn»rriis Capitel nach der tzalle der kirchen« Uns interessirt allein»Das erst Capittell. Von dem Höchen doemstifft«, das auch dasausführlichste ist und von Bl. 26 u bis 45 n geht. Auf drittehalbSeiten wird kurz vom Bau des Doms durch Agritius und Poppound von den gewöhnlich gelesenen Messen gehandelt, »dar zu werdenauch vill bietfärten vnd station durch das gantz iare vollenbracht,wan dye Trierer ein gütte froem einseitig volck ist, die sulchcn gnet-ten geystlichen fachen gern nachfolgen vnnd sich mit innigen werckenvast vbcn.« Drei Seiten ungefähr nimmt der nächste Abschnittein: »von dem heyltumb, das man vor diser tzeit alle iar zu zweienmalen gezeugett hat: ehe dann dys heyltumb fonden ist.« Es folgtdie nach Auffindung der neuen Reliquien geänderte Ordnung derVorzeigung, wobei der Verfasser zuletzt auf »den großmcchttigenSchatz, den vngeneten Rock, den dye ritter Pylati nit zu schneydennoch zu theyllen woltten« kommt und von Bl. 32 n bis 44 b vonihm handelt.

»Relation wie er ytzund newlich erfonden vnd herfuer gethonsy worden.« 32 a bis 37 b. Um zu erklären, weßhalb man den Rockohne Weiteres im Petersaltar sucht, geht die Geschichte der Trans-lation von 1196 voraus, die wir S. 7. mitgetheilt haben*). DerKaiser Maximilian »was wärhafftig, nit durch flockmeren, sunderauß alten vnd vast alten Historien vnd buchercn bericht, den Heyligen

*1 Daß Enc» so wenig wie die älter» Quellen von einer Ausstellungim Jahr 1196 etwas weiß, zeigt seine ausdrückliche Angabe Bl.32t>.daß der Rock 1Z12zum ersten getzcugt ist worden."

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