XI
»darbieten: dann würden wir nnrccht handeln, wenn wir dieser»keinen Naum geben wellten.« Es ist an ihm wahr geworden, waser selbst sagt (S. 34): »Hat der Mensch Vorliebe sür eine Sache,»so nimmt er halbe Beweise für vollgültige an und überläßt sich»gern dem Glauben, daß das, was er wünscht, wahr sei.« Mit derallen Widerspruch ausschließenden Wahrscheinlichkeit verhält es sichfreilich ganz anders; so viel aber ist gewiß, daß er, als ein ehr-licher Mann, während seiner zwölfjährigen Amtsführung den Nocknicht ausgestellt hat.
Ganz in derselben Weise spricht sich auch das »aus Ver-anlassung d es Hrn. Bischo sS vonTricr« erschienene Buch")anö. Sein Verfasser sagt S. 7. wchmüthig von demselben: »Böl-»llge über allen Zweifel erhabene Zuverlässigkeit auf den Grund»geschriebener Nachrichten auS den allerältcstcn Zeiten kann leider»seine Schrift nicht in Anspruch nehmen, da solche nicht mehr zu»ermitteln ist: sondern die Schrift tritt freundlich zu dem auf Tra-dition ruhenden Glauben des Volkes hin, ihm darbietend jenes»Maaß von Licht und Gewißheit über diesen Gegenstand, das ihr«bei den obwaltenden Unständen zu erreichen stand, von ihm dagc-»gen die etwa noch (!) nöthige Ergänzung zur gläubigen Gcwiß-»hcit erwartend.« Und leider hat er hinsichtlich der »nicht mehrzu ermittelnden Zuverlässigkeit« mehr Recht, als er durch den Zu-satz: »aus den allerältcstcn Zeiten« glauben lassen möchte. Zuseiner Schrift muß daher wieder die unsrige freundlich hinzutreten,um ihr, wenn sie es wirklich nicht wissen sollte, zu zeigen, worindenn eigentlich die etwa noch nöthige Ergänzung der gläubigenUngewißheit bestehe, und ihr das unter obwaltenden Umständenwirklich erreichbare Maß von Licht und Gewißheit zuzumessen.Sie aber mußten wir vornehmlich berücksichtigen, weil sie die aus-führlichste von allen ist, und, wie cS scheint, auch als die authen-tischste und ofsiciclle betrachtet sein will. Wir haben daher, damitder Streit auf gleichem Boden geführt werde, auch ihre historischenVoraussetzungen adoptirt, ohne die Kritik noch einen Schritt weiterzu führen; sie hat uns dies erleichtert, indem sie sich selbst als einebloß historische giebt, und mit bloß historischen Gründen und Ver-muthungcn ficht.
In der That, sie ist ganz anö Salbung und Aufklärung zu-sammengesetzt. Der Verfasser ist von dem fressenden Gift derleidigen Aufklärung selbst bis zu dem Grade angenagt, daß er nichtanerkennen will, daß Christus Nock mit ihm von Jugend an gc-
Geschichte des heiligen Nockes in der Domkirche zu Trier. Bearbeitetauf Veranlassung des Hrn. Bischofs von Trier als Einlei-tung der öffentlichen Ausstellung dieser heil. Relignie im Herbste desJahres 1844. Von I. Marr, Professor am bischöflichen Seminar.Mit Approbation des -Hoch würdigsten Herrn Bischofs.Trier, Lintz. 1844. 8. SS. iv. löZ.