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Kreuze, mit Blutstropfen Christi besprengt, in der St. Martinsabteigesehn habe '). Daß aber der Rock mehr bedeute, als das Kreuz, liegtin der Natur der Sache, daß er mit Blut und mit Schweiß befeuchtetsei, lehren die Trierischen Wallfahrtbücher aller Orten: wie will Hr.Marr es erklären, daß dem Cardinal gar kein Gedanke an diesen kost-baren Schatz, der immer noch ungleich seltener als KreuzcSholz war,in den Sinn kommt? Wie will er ferner erklären, daß 1473 bei derZusammenkunft Mar I und Karl des Kühnen in Trier, als die dortigeGeistlichkeit mit bedeutenden Kosten und emsiger Anstrengung eingroßes Kirchenfest begeht, und alle ihre Reliquien in glänzenden Be-hältern ausstellt b), wieder das Kreuzesholz und neben ihm der NagelChristi (wie weiland zur Zeit der Vita Agricii) an erster Stelle prangt,und es niemandem einfällt, die Schätze des Petersaltars an das Licht zuziehen? Denn er erinnere sich, daß es mit den angeblichen Sorgen, welchenoch 1512 den Churfürsten Richard bei der Eröffnung des Altars be-unruhigt haben sollen, nun nicht viel mehr auf sich hat, daß sie ersthinterher von Scheckmann veranlaßt, von Brower ausgebildet, von ihmselbst variirt worden ist, daß 1512 der Churfürst aus dem einfachenGrunde das Heiligthum zum ersten Mal zeigt, weil es erst damals zumersten Male von jemandem gewünscht wird. Hatten doch die Vorgängevon 1196 gezeigt, daß Gottes Zorn ein solches Unternehmen nicht be-drohe; nicht die geringste Schwierigkeit hätte der Ausstellung desNockes im Wege gestanden, wenn Cardinal Nikolaus oder der TriererClerus etwas von ihm gewußt hätte." °)
Mit dem Jahre 1512 beginnt somit die eigentliche Lebensge-schkchte dieser Reliquie. Sie genießt die größten Ehren, und soll, nachder Aussage des Domcapitels von 1630 sich auch durch zahlreicheWunder legitimirt haben. Das Domcapitel hält sich allerdings überdiesen Punkt im Unbestimmten, dafür bringt aber Hr. Marr S. 99eine speciellere Anführung aus einem Reglement bei, welches die Dom-geistlichkeit für die Ausstellung von 1655 dem Erzbischofe entworfenhat. Es heißt hier unter Anderem, es solle eine Predigt beweisenden
a) Brower II. 287.d) IbM. 805.
el Wenn also Trithem von einer im Volke verbreiteten Meinung redet, so hat erwie Enen nur die Geschichte von Orendel im Sinne.