pflegte, in Wein tauchen und genasen durch Genuß desselben auf derStelle. Die Nachricht ist so authentisch als möglich; sie steht in dervon einem kölnischen Karthäuser verfaßten und in Köln mehrmals ge-druckten Beschreibung sämmtlicher Kölner Kirchen und ihrer vorzüg-lichsten Reliquien 21), und der Nock ist gewiß durch die guten Erfolgedieser Cur so gut und besser lcgitimirt, als irgend ein bisher erwähnter.Bei der Aufhebung ihres Klosters haben die Karthäuser, mündlichenNachrichten zufolge, ihre Besitzthümer fortgeschafft und dadurch ist dieReliquie entweder an einen andern Ort gekommen, oder ganz unterge-gangen.
Es könnte jemand versucht sein, zu sagen, der Saum werde viel-mehr dem Oberkleide angehört haben, da nach Meinung vieler Eregetendieses als das von dem Weibe berührte zu verstehen sei. Aber die Kart-häuser werden ihre Reliquie gewiß nicht ohne kanonische Prüfung fürden Saum des un genähten Rockes erklärt haben, und Hr. Gue-rin sowohl S. 30. ff. als Scheckmann ") behaupten, daß das berührteGewand eben der ungenähte Nock und zwar entweder der Argenteuileroder der Trierer gewesen sei. Daß auch noch jetzt der letztere dafür ge-halten sein will, zeigen die im Vorwort genannten Bücher und mitge-theilten Gesänge von 184-j.
So muß die Reliquie der Karthäuser auch in dieser Rücksicht einberechtigter und vielleicht viel bewährterer Rival des Trierer Rockesbleiben. Dagegen können wir die Hn. von Hommer und Marr voneinem andern Nebenbuhler, einem nach ihrer Meinung in der (ehe-maligen) Magdalenenkirche in Köln befindlichen eingenähten Rocke, voll-kommen befreien. Sie haben dazu schon selbst den Versuch gemacht,aber nicht in der erfolgreichsten Weise.
Elfterer sagt S. 2: ,,Da jedoch kein besonderer Anspruch auf die,,Aechthcit desselben gemacht wird, so scheint es, daß es entweder ein nach-,,gemachter oder irgend ein anderes Kleidungsstück, nicht der ungenähte
a) tdl, a., wo er die Geschichte von der Erblindung (s. 0. S. 3t>) erzählt,sagt er: eouinpens splenäoo sacoaUssiini pignoois visuin dauäit con-spociuoo, gun<l oliin in Lindow oontaowm sospiwtem contulorat emor-ovisso, Dasselbe ist gesagt in dem Hymnus auf den Trierer Rock in dem al-ten Trierer Brevier, bei Lichter S. 5i :
Tu Lindow mvobos kugasTluxumgus sistis sanguinis.