chenschriftsteller in dem ungenähten Kleide Christi ein Symbol der un-theilbaren Kirche sehe; „daher würde es denn auch gewiß zu seder„Zeit und an jedem Orte als ein enormes Verbrechen erschienen sein,„wenn je ein Mensch von diesem h. Rocke Theile hätte abtrennen„wollen')". Ganz wohl; aber damit ist nicht gesagt, daß diese gutgemeinte Ansicht eine für Alle in der Art bindende gewesen sei, daßnun auch wirklich nie einer, der einen ungenähten Rock Christi besaß,davon ein Stück abgeschnitten, etwa zu dem guten Zwecke, eine andereKirche damit zu versorgen. Auch Hr. Marr getraut sich nicht, diesals feste Thatsache zu behaupten; er stellt es mit seinem „manwürde gewiß" bloß in das Gebiet der Wahrscheinlichkeit, was sichfreilich mit seiner „festesten Ueberzeugung" wunderlich reimt. Nunist es aber nicht einmal wahrscheinlich, denn gerade daraus, daß solchePartikeln ohne Bedenken erwähnt werden, daß ein Cardinal und päpst-licher Legat sie als acht verschenkt, daß die spanische und englischeGeistlichkeit in Santiago, Oviedo und London nicht den mindesten An-stoß an den ihrigen nehmen, sie unter den höchsten Schätzen ihrerKirche ausbewahren, verehren und verehren lassen, daß ein Mabillon,wie wir bald sehen werden, Documente über solche Partikeln als ächteund glaubwürdige ohne Bedenken abdruckt, gerade aus diesen That-sachen geht hervor, daß jene mystische Deutung nicht in der Art, wieHr. Marr will, für bindend erachtet worden ist. Und' wenn es aufder andern Seite „festeste Ueberzeugung" war, daß auch ein ganzkleiner Theil einer Reliquie eben so gut und kräftig sei, wie die ganze ^),so läßt sich auch nichts gegen das Theilen einwenden; mochte der ächteRock auch noch so sehr zerschnitten werden, so konnten doch immernoch hundert Schriftsteller die Kirche unter dem Symbol des ungenäh-ten Kleides beschreiben. Mit diesem Grunde ist also gegen die Aecht-heit abgeschnittener Stücke, von denen wenigstens das zu Oviedo, soviel wir wissen, noch dazu päpstliche Bullen für sich hat (und wir sindweit entfernt, unser Verzeichniß als abgeschlossen zu betrachten), nichtsausgerichtet, und wir können Hn. Marr seine Behauptung wenigstensnicht eher zugeben, ehe er uns beweist, daß päpstliche Jndulgenzen auchauf die Verehrung unächtcr Reliquien gesetzt werden. So lange das
a) S. kt>.
b) Z, B, Barvnülö ad. Slln. 1IVZ ll. 13.