Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

68

nahmen, begreift sich schon. Nämlich damit er 1156 in dieser Mauerwieder entdeckt werden konnte.

Man sieht, auch diese Erfindung ist schlecht; wäre der Rock auchwirklich bis hierher gekommen, dieser Zerstörung wäre er nicht ent-gangen. Es kommt eine fernere Schwierigkeit hinzu. Erst in denersten Jahren des 12. Jahrhunderts hat Hugo Capets Wittwe Adcl-heit das spätere Kloster in Argenteuil erbaut. Erbaut, so sagt Hcl-gaudus21), der die älteste Quelle dafür ist, nicht etwa erneuert, oderaus den Ruinen des vor anderthalb Jahrhunderten zerstörten Klosterswieder auferbaut. Dies haben sich selbst die Hrn. Follet und Guerinnicht verhehlen können. Sie helfen sich mit folgenden Worten: I-esüonations gue Iloborl kl kurvnt si consiüorables, gu'llelg'arxlus Kit,gu'ii ee inonaslero, tainlis gue elans le vrai il n'sii kül, »reo samäre, quo in reslauraleur. Aber erbauen und reich beschenken sindund bleiben zwei ganz verschiedene Dinge, und Helgaudus hat voneinem frühern und gar noch bestehenden Kloster nichts gesagt noch ge-wußt, sondern spricht von einer damaligen Stiftung. Als späterdie Benedictiner von St. Denis zu diesem Kloster Lust bekommen, undes dem Abt Suger durch Vorzeigung alter Besitztitel 1129 gelingt,die Nonnen zu vertreiben"), wird, nachdem die Benedictiner kaum imBesitz sind, die 845 in dem alten zerstörten Kloster eingemauerte Tu-nica in der Mäuer des später erbauten durch göttliche Offenbarung1156 gefunden''), und es ist gewiß kein Spiel des Zufalls, daß diesin demselben Jahrhunderte geschieht, in welchem auch Trier und vieleandere Kirchen eine ähnliche erwarben.

Es eristirt eine von 1156 datirte Urkunde °°), in welcher der Erz-bischof Hugo von Rouen beschreibt, wie er mit zwanzig namentlich auf-geführten Erzbischöfen, Bischöfen und Aebten und vielen andern inGegenwart Ludwig Vll. und seines Hofes die Reliquie verehrt und demVolke gezeigt habe, und die Jndulgenzen festsetzt. Sie ist unächt, wietheils die Datirung : ^etum e«l anno voilii iacarnali NLUVI

a) ?am pro noslra suslitia, quam pro enormilale invuaeliarum ibi male vi-veMium, wie er sagt. Duchesne IV. 33?. Heloise war bekanntlich damalsdort Aebtissin.

I>) Die Stellen des Robert de Monte, der die Begebenheit zuerst erzählt, und

seiner spätem Abschreiber im Anhang Nr. 22.c) Abgedruckt bei Follet S. 1VI. Guerin S, 375.