Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
56
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ihrer Ansprüche; sie mögen einzeln hervortreten und sich über ihre Be-sitztitel ausweisen.

Der älteste von ihnen, dem Trierer Rocke um mehr als ein halbesJahrtausend überlegen, wird bei Gregor von Tours erwähnt. In einerStadt Galatiens, hundert und fünfzig Meilen von Constantinopel, be-fand er sich zu desscnZcit, am Ende des sechsten Jahrhunderts, in einerverborgenen Gruft der Kirche zu den heiligen Erzengeln in hölzernerKiste verschlossen und genoß die ihm gebührende Verehrung i').

Gregor starb L94. Bis zu diesem Jahre hin, da Gregor seinenWerken auch nach ihrer ersten Vollendung Zusätze beizufügen pflegte'),kann die Notiz geschrieben sein. Sie ist so einfach, legt so wenig eineAbsicht zu Tage und hält sich so fern von allein Wunderbaren, daß ausihr selbst schwerlich ein Zweifel hergeleitet werden kann und angenom-men werden muß, daß dem Gregor in der That eine solche Nachricht zuOhren kam, obschon auf Nachweisung seiner Quelle Verzicht zu leistenist. Darf nichts desto weniger eine Vermuthnng gewagt werden, so läßtsich am ehesten auf jenen in seinem Geschichtswerke X, 24. erwähntenbettelnden mvrgenländischcn Bischof Simon rathen, der 590 nachTours kam und durch einige erschreckliche Historien Mitleid zu erregenwußte, oder auch auf den syrischen Ncliguienhändler, der nach VII, 31.in Frankreich sein Gewerbe trieb '').

s) Loebell Gregor von Tours. S. 19.

b) Hr. Marr, der natürlich gegen diesen Rock des sechsten Jahrhunderts nichteben gnädig gesinnt sein kann, hat vornämlich zwei Gründe gegen die Aecht-heit desselben geltend gemacht, deren Inhalt und Folgen wir sogleich näherprüfen werden. Hier aber schon können wir nicht unterlassen, den ersten sei-netwegen zn notiren. Hr. Marr ist der Meinung, daß Gregor als sehr leicht-gläubig bekannt, wenig zuverlässig sei, wenn denn schon der fränkische AbtHilduin in einem Briefe an Kaiser Ludwig den Frommen von ihm geschriebenhabe, man müsse der gutmüthigen Einfalt des Mannes manches in seinenSchriften zu gut halten. Wie unvergleichlich dies Urtheil, begreiflich bei Hil-duin, sich in dem Munde des Trierer Professors ausnimmt, bedarf keinerAuseinandersetzung: es ist nur ein Beweis aus vielen von der großartigenRuhe, womit er an andern Stellen bei aller Verehrungnnsers" HontheimTrier die älteste alier gallischen Kirchen nennt, den Alemannen Chrocus ausdem dritten in das fünfte Jahrhundert zu den Vandalen verpflanzt, und miteiner Reihe von Citaten, in denen ganz andere Dinge stehen, die Entdeckungbegründet, daß dieEinbringung der vielen hh. Reliquien" aus dem Mor-gen- in das Abendlandbei Gelegenheit" der Kreuzzüge erst nach der Er-oberung von Constantinopel IZ94 stattgefunden habe.