so
dem Pastor Lichter herab. Von der Tricrischen Kirche aber ist diese Ge-schichte des Rocks nicht etwa in der Art angenommen, daß fle Gemein-gut der Gläubigen geworden wäre; namentlich auch eristirt von denTricrischen Bischöfen gar kein Zeugniß darüber, und überhaupt ist vondem Rocke von 1121 an bis 119V nicht wieder die Rede.
Die Vertheidiger des Rockes (Hr. Marr S. 20 bis 23) legengroßes Gewicht auf einen Brief, welchen Kaiser Friedrich I. im Jahr1157 an den Erzbischof Hillin von Trier geschrieben habe und in wel-chem er der Tunica als einer Zierde der Trierischen Kirche gedenke. Siemüssen indeß ans diesen Trost verzichten. Der Brief ist, nach dem unsgefällig mitgctheilten Urtheile des Hn. vr. Böhmer, dieses erstenKenners unserer Kaiserurkunden aus Gründen des Stils und Inhaltsunzweifelhaft unächt und wahrscheinlich ein Product des sechs-zehnten Jahrhunderts °). Er gehört mit der Urkunde Sylvesters undBrowers Erfindungen über 119V in eine Classe, und die Harmonie derBeweisstücke des Hn. Marr wird somit durch kein einziges ächtesDocument gestört.
Ebensowenig hat von II9V bis 1512 ein officielles Organ derTrierischen Kirche über den Rock gesprochen. Die Erinnerung verlorsich, wie es scheint, fast ganz, und ein Gelehrter, wie Trittenheim,stärkte seinen Glauben an ihn nur durch Hinblick auf die Berichte derGesten. In diesem Jahre 1512 kam ein anderer Gelehrter, der eben-falls die Gesta gelesen, in sonstigen Geschäften nach Trier, ein Mann,in dessen Geist eben soviel religiöse Wärme, als Neigung zu allemSeltsamen und Absonderlichen vorhanden war, und da er als Kaiserdes heiligen römischen Reiches einigen Einfluß auf den Erzbischof hatte,so vermochte er diesen, um die Wahrheit der damals viel bezweifeltenSache zu erkunden, sehr leicht, das verschollene Kleinod wieder an dasLicht zu ziehen.
Hr. Marr wartet bei dieser Gelegenheit mit folgender Geschichteauf. Der Kaiser Maximilian habe, um ,,die hinsterbende alte Fröm-migkeit der Christen aufzufrischen und zur Vermehrung der Ehre,,Gottes unter den Menschen" eine „Ausstellung" des Rockes
g) Tert im Anhang unter Nr. kk. Im sechszehnten Jahrhundert erklärt sich aucham leichtesten der Ausdruck xraepollet, als auf die lärmvolle Erhebung vonISIS anspielend. Enen und Scheckmann kennen daher auch den Brief nicht;ebensowenig findet er sich bei Browcr erwähnt.