anzugeben, genug, man hat sich immer auf irgend eine Prüfung, hof-fentlich auf eine ganz kanonische, eingelassen. War man nun fest vonseiner Göttlichkeit überzeugt, so konnte es nicht fehlen, daß man diesBewußtsein mit möglichster Feierlichkeit aussprach, und die Transla-tion mit äußerem Glänze und erhobener Stimmung vollzog. DerMangel solcher Festlichkeit würde bei einer solchen Reliquie für sichallein ein Grund zum Verdachte sein, und Brvwer läßt es denn auchan keinem hier erheblichen Schmucke fehlen. Die ganze Bürgerschaftpreist sich glücklich, eine feierliche Ausstellung wird angeordnet, eineungewöhnliche Glaubenswärme erfüllt alle Gemüther.
So scheint es also, wir wären ganz im Reinen. ZweifelsüchtigeGemüther möchten immerhin eine Tradition anfechten, die nicht überdas Jahr 1199 hinausgeht, für eine gläubige Stimmung wäre jeden-falls diese Tradition im besten Einklänge mit dem nachherigen Tat-bestände. Leider tritt aber auch an dieser Stelle eine Schwierigkeit inden Weg, die in ihren Folgerungen den ganzen schönen Zusammen-hang auseinander zu reißen droht. Die angebliche Auffindung istvom Jahre 1199. Brower schreibt im Anfange des 17. Jahrhunderts,über 409 Jahre liegen zwischen beiden, und Brower ist der älteste, istgeradezu der einzige Gewährsmann für seine Erzählung. Wer stehtuns dafür, daß er sie nicht ganz und gar erfunden habe? Und in die-sem Falle enthielte doch auch dje strengste Gläubigkeit, die bei einerächten Kirchentradition sich das leiseste Bedenken verbieten würde, keineVerpflichtung, auf die Worte des Pater Brower zu schwören.
Ungefähr verhält es sich aber in dieser Weise. So entschiedendie geschichtliche Kritik nicht bloß den Rock, sondern auch die Tradi-tion im II. Jahrhundert läugnet, eben so sicher muß sie die bekannteEristenz nicht bloß der Tradition, sondern auch des Nockes im 12. be-haupten. Was 1199 geschah, war keine Auffindung und Transla-tion, sondern nur eine Translation.
Wie Brower zu diesem Jrrthum gekommen, scheint sich befrie-digend erklären zu lassen. Er kennt das Zeugniß Thiofrids und siehtganz richtig ein, was daraus folgt, nämlich, daß man damals zuTrier nichts von der Tuniea gewußt habe "). Da es ihm aber auf der
a) l. 317. — saeoulo unäeeimo Teevieis ixootam kuisse tuvioam Lbrisliilleoosulilem.