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Geschichte noch leidlich, obschon sich in Ambrosius Worten schon dieNeigung zu weiterer Ausmalung zeigt; aber gleich den nächsten Schrift-stellern, die offenbar nicht mehr als dieses überliefert erhalten haben,genügt weder das bloße Nachgraben, noch der Kreuztitel als Wahrzei-chen. Helena muß sich erkundigen bei Christen und Juden, die alleeinstimmig denselben Ort nennen (obgleich seit fast zwei Jahrhundertenkein Jude die heilige Stadt hatte betreten dürfen!); oder sie erfährtden Ort durch Visionen und Offenbarungen (von denen allerdings derverständige Herr Marr absieht); aber beides wird zusammengestellt,ganz ohne Sorge darüber, daß eins das andere unnothig macht. Dasächte Kreuz bewährt sich bei einigen durch eine Krankenheilung, beiandern durch eine Todtcncrweckung, bei Sozomcnus sogar durch beide.Endlich baut nach einigen Helena an dem Ort die bekannte Kreuz- undAuferstehungskirche. Spätere Schriftsteller häufen dies alles zusam-men"), und so ging es in die Chroniken des Mittelalters als Thatsacheüber. Früh und gern schloß sich die christliche Dichtung an diese Ge-schichten und verarbeitete sie zu wunderlichen Fabeln, so daß endlichdas Gelasianische Dekret die Schriften über die Auffindung des Kreu-zes geradezu verbot. 2)
Gehen wir von Ambrosius in die frühere Literatur zurück, so fin-den wir allerdings die Auffindung des Kreuzes erwähnt, aber ohne daßHelena damit in Verbindung gebracht wird. So bei Chrysostomus,bei Hieronymus^). Sogar der wichtigste Zeuge, der 351 von Jerusa-lem aus an Helenas Enkel schreibt, Cyrill"), sagt, so wichtig ihm dasFactum als Bestätigung der christlichen Lehre ist, ganz unbestimmt,daß unter Constantins Regierung das Kreuz gefunden sei. So sprichtNiemand von einer gefeierten, ihren Urheber verherrlichenden Thatsache.
Jndeß hierauf konnte noch erwidert werden, das Stillschweigendieser Schriftsteller beweise nichts, da sie keinen Grund gehabt, Helenazu erwähnen, und das Factum als bekannt voraussetzen konnten. Hatja doch, wie Hr. Marr ausdrücklich sagt, Eusebius, der Freund Con-
a) ?aul. viaa. Ilist. Mise. X. p. 88.3. Die t-esta lrevir. laßen die Helena
cum magno exercitu hinziehen.
I>) Ltirvs. Ii am. in lo. 85 (um ZW gehalten) VIII, 505 Uontk. Hier werdendrei Kreuze gefunden und das ächte durch den Titel erkannt, da die Kreuze derSchacher keine Titel hatten. Hieran, aä Lustacli. IV, ?, 673 Hart,e) sä Laust, z>. 35?. lautier, ck. Lat. IV. z>. 57z X. z>. 116 z XIII. z>. 181.