Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
XIX
Einzelbild herunterladen
 

XIX

das es der recht rock ist, wan nach der lere aller heiligen doctoren, magkein gut werck, sunder grosse Widerwertigkeit vnd anfechtung volbrachtwerden, u. s. w.

ES müssen vorwitzig vermessen narren sein, die sulchs einem ertz-bischof von trier (der inn eygner Person dar by gewesen ist da er sen-den ist worden) vnd andere größmechtigcn Herren surften vnd grastenvnd sryen, die vff dem thöm stifft Herren synd, zu messen das sye sulchesachen finden vnd erdichten mügen, es ist yren fürstlichen gnaden vylezu nahe geret. Darumb du vurwitziger vermessener, zwing deinmaul zu vnd heb das nit in den hymel, das ist wider den höchstenobersten» u. s. w.

Das Argument der Gegner ist, daß nach den Chroniken der Rockzur Zeit des Maurieius in Zaphat gefunden, folglich nicht durch Agri-tius nach Trier gebracht sein könne.

Enen antwortet darauf, daß die Chroniken sich auch sonst wohlwidersprächen; der erste, der jenes gesagt, möge »liederlich < geirrt undMauritius statt eines andern Kaisers gesetzt haben, vielleicht sei es auchder andern Kleider eins gewesen, und die Späteren hätten rem erstenalle nachgeirrt. Man habe in Trier »auch alßo gare alte boecher, diees betzeugent, daß der heylig rock zu Trier ist.« Inn der rechten Cro-niea Eusebii jnn dem Original (wer do suchen will) welcher noch heut-beytag, ein seer vast altes zuo Tryer ist, das mit dem allten litter, mittsunderlichen fleys, ontzweffell vnd grossem costen in pergamen geschri-ben ist, findest du auch elerlich, das der heylig rock durch Agricium zuTrier kommen ist.« Die Chronik habe Hieronymus übersetzt, alleBücher des Eusebius und Hieronvmus seien von der Kirche angenom-men und wahrscheinlich sei das Eremplar zu der Zeit geschrieben, daHieronymus in Trier war. »Es seint aber ettlich ereerpta gedrucktder selben Croniea Eusebij vnd vil außgelassen, das im Original be-schrieben stat, vnder welchem auch dißes partickel jm truck außgelassenist, das nimpt mich nit wunder, vrsach. Die ercerpta sind zu Parisgetruckt, welche selbe vermeinen den rock jn yrem landt zu haben. Aberich Hab den rechten zu trier (wie wol unwirdig) in meinen henden ge-habt vnd manig taußent menschen getzeygt.«

Er meint die Stephanische Ausgabe des lateiyischen Eusebius von1312. Es ist das Argument eines Geistlichen gegen einen Gelehrten.Der Herausgeber, Multivallis, hat natürlich in seinen Handschristenvom Agritius nichts gefunden, noch finden können. Wir wissen ausBrower I-, 218, daß die Notiz jenem alten Eremplar der Dombiblio-thck von späterer Hand beigeschrieben ist.

»Item es ist meinem gnedigen Herren von Trier geschickt worden,das man funden hat, jn einer so alten Croniea, das mans vor altterkumerlich leßen möcht das der heilig Rock durch den AnthiochischenPatriarchen Agricium ghecn Trier bracht were.« Es scheint also, der