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getragen hatte. Ans dieser Ursache und we-gen ihrem Alter und guten Betragen wurdesie im Hanse ihrer Aeltern sehr geehrt.Man trug ihr die Sorge über die Erziehungder Töchter auf; diese leitete sie, wo esnöthig war, mit weiser Strenge, und un-terrichtete sie mit gesetzter Klugheit. ZumVenspiel: außer den gewöhnlichen Mahlzeit-stunden am Tische ihrer Aeltern gab sie ih-nen, auch wenn sie vor Durst verschmachtenwollten, nicht einmal Wasser zu trinken,damit sie es sich nicht zur Gewohnheit mach-ten, und pflegte zu sagen: „Jetzt würdetihr Wasser trinken, weil ihr keinen Weinhabt; künftig aber als Frauen und Meiste-rinnen über Küche und Keller würde euch dasWasser nicht mehr schmecken, und der Weinzur Gewohnheit werden " Durch dieses bil-dete sie dieselben zur Mäßigkeit, daß ihnen auchnachmals nicht beliebte, was sich nicht ziem-te. Und doch verfiel meine Mutler einstin diesen Fehler, da sie von ihren Aelternin den Keller geschickt wurde ^ um Wein zuholen. Sie trank anfangs nur ein klein we-nig, weil er ihr widerstand. Da sie es abertaglich zu thun pflegte, so kam es endlichso weit, daß sie ganze Becher ausleerte.Einst aber, da eine andere Magd, mit derK s sie
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