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Du stelltest mich vor Dein Angesicht, ichsah, wie schändlich, wie verdreht, wie vollFlecken und Beulen mein Inneres wäre —ich schauderte und wußte nicht, wo michhiuretten! wollte ich meinen Anblick fliehen,so führte mich seine Erzählung wieder zurück,ja , Du selbst stelltest Dich mir in den Weg,daß ich meine Ungerechtigkeit erkennen undhassen lernre! Ich kannte sie, aber ichverschwieg sie mir. Je liebenswürdiger mirjene Leute vorkamen, die sich ganz Dir zurHeilung übergeben hatten , desto verabscheu-ungswürdiger erschien ich vor mir selbst.Denn ach! wie viele Jahre waren seit je-nem Neunzehnten meines Lebens verflossen,wo mich Cicero's Hortensius zur Liebe derWeisheit entflammte! Und noch zauderteich, die Lüste der Welt für sie hinzugeben,und mich ganz ihrer Erforschung zu wid-men ! Ich unglücklicher Jüngling! Wieoft betete ich von meiner Kindheit an;„Gieb mir Keuschheit! — nur nicht gleichjetzt!" Ich fürchtete, Gott mochte michzu bald erhören, zu bald von meinen Be,gierdcn heilen, die ich lieber erfüllen alsauslbschen wollte« Seither machte ich mirdie Entschuldigung, ich hätte doch noch kei-ne sichere Wahrheit gefunden — nun aber
konnte