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Die Bekenntnisse des heiligen Augustins : mit e. Anh. seiner fernern Lebensgeschichte
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( Ivo )

Eben so viel Mühe machte mir die Fra-ge vom Ursprung des Uebcls, aberje mehr ich mich aus dem Abgrund meinetZwnfel heraus zu arbeiten strebte, umtiefer sank ich hinein. Ich war mir bewußt,wider Willen, und so zu sagen, leidend zusündigen, und hielt dieß weniger für eineSchuld, als für eine gerechte Strafe vonGort. Aber hat mich nicht der gute Gottgut gemacht? Woher kommt denn meinWiderwillen am Guten, und meine Neigungzum Bogen, diese Ursache? daß ich jene ge-rechte Strafe leiden muß? Wer hat diesePflanpchnle der bittersten Unruhe in michhineingepflanzt? Der böse Geist? Aberwodurch ist er selbst böse geworden ? Durchseinen bösen Willen? Wodurch wurde seinWille böse, da Gott doch auch ihn gutschuff? Ich erstickte beynahe unter die-ser Last von Fragen und Zweifeln; dochblieb die christliche Lehre immer fest in mei,nein Herzen. und obgleich sie noch keine Ge-stalt in mir gewonnen hatte, und mein Geistbald da, bald dort über ihre Grunzen hin-ausschweifte, so wurzelte sie doch taglichtiefer ein.

u.