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1 (1827)
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Predigt am zweyten Advent-Sonntage.

Luc. 21, 2536.

Warnung, Tröstung und Vermahnung.

l5)er Herr verkündiget in diesem Evangelio seine Zukunft amJüngsten Tage, welche soll geschehen mit grosser Pracht undMajestät. Am nahern Sonntag habt ihr gehöret von seinemEinreiten zu Jerusalem auf einem Esel, ohne alle Pracht; dahat er nicht gehabt einen eigenen Platz, auch nicht eines Fussesbreit, ist darzu hernach auch gecreutziget worden. Das ist einearme, elende Zukunft, in welcher er kömmt, nicht als ein Herr,sondern als ein Knecht, welcher hat dienen wollen, und alsodienen, daß er für uns stürbe, wie er selbst sagt Matth. 20, 28:Des Menschen Sohn ist nicht kommen, daß er ihm dienen lasse,sondern daß er diene, und gebe sein Leben zu einer Erlösung fürviele. Summa, in seiner ersten Zukunft hat er den grossestenDienst erzeiget, den kein Engel noch Creatur thun kann, daßer ihm zurichtet und bereitet das Reich seiner Glaubigen undAuserwahlten. Wenn aber nun die Zahl der Auserwahlten vollist, so wird er kommen, nicht als ein Knecht, sondern als einHerr, und wird darum kommen, daß er uns aus der Erden,Würmern, Tod, Gestanck erledige. Solches verkündiget derHerr in diesem Evangelio und warnet seine Christen, daß siesich für Sicherheit hüten sollen, auf daß sie dieser Tag seinerZukunft nicht plötzlich überfalle, tröstet sie auch, daß sie nicht er-schrecken sollen für den Zeichen, welche vor dem Jüngsten Tagegeschehen werden, sondern vielmehr sich freuen, daß ihre Erlösungnahet. Erstlich warnet der Herr, daß wir Christen das Datumunsers Lebens nicht setzen sollen hier auf Erden, sondern wissen,daß unser Herr und Erlöser kommen wird vom Himmel, undwir also bereit seyn, alle Stunden, seiner Zukunft zu erwarten;also daß wir nur halb und mit der lincken Hand in diesem Lebenseyn, mit der rechten Hand und mit dem gantzen Hertzen sollenwir seyn in Erwartung dieses Tages, wenn unser Herr kommenwird in einer solchen herrlichen Majestät und Pracht, die keinMensch ausreden kann. Das ist die Warnung und Vermahnungin diesem Evangelio, daß wir uns darauf schicken; denn hier istkeines Bleibens; auf daß wir nicht thun, wie die Gottlosen,