Die Oppositionsparteien. 21.1
vag und gelten zumeist nur in Büchern. Jene Benennungen könnteman vielmehr als Koterienamcn ansehen. Sie bezeichnen Menschen,die bei gewissen Streitfragen zusammenhalten, deren Vorfahren undFreunde schon bei solchen Anlassen zusammenhielten, und die inpolitischen Stürmen Freude und Ungemach und die Feindschaft derGegenpartei gemeinschaftlich zu tragen Pflegten. Von Prinzipien istgar nicht die Rede, man ist nicht einig über gewisse Ideen, sondernüber gewisse Maßregeln in der Staatsverwaltung, über Abschaffungoder Beibehaltung gewisser Mißbrauche, über gewisse Bills, gewisseerbliche (Znsstions — gleichviel aus welchem Gesichtspunkte, meistensaus Gewohnheit. — Die Engländer lassen sich nicht durch die Partci-namen irre machen. Wenn sie von Whigs sprechen, so haben sienicht dabei einen bestimmten Begriff, wie wir z. B. wenn wir vonLiberalen sprechen, Ivo wir uns gleich Menschen vorstellen, die übergewisse Freiheitsrcchte herzinnig einverstanden sind — sondern siedenken sich eine äußere Verbindung von Leuten, deren jeder, nachseiner Denkweise beurteilt, gleichsam eine Partei für sich bilden würde,und die nur, wie schon oben erwähnt ist, durch äußere Anlässe, durchzufällige Interessen, durch Freundschaft?- und Feindschaftsverhättnissegegen die Tories ankämpfen. Hierbei dürfen wir uns ebenfallskeinen Kampf gegen Aristokraten in unserem Sinne denken, da dieseTories in ihren Gefühlen nicht aristokratischer sind, als die Whigs,und oft sogar nicht aristokratischer als der Bürgerstand selbst, derdie Aristokratie für ebenso unwandelbar hält wie Sonne, Mond undSterne, der die Vorrechte des Adels und des Klerus nicht bloß alsstaatsnützlich, sondern als eine Naturnotwendigkeit ansieht, und viel-leicht selbst für diese Vorrechte mit weit mehr Eifer kämpfen würdeals die Aristokraten selbst, eben weil er fester daran glaubt als diese,die zumeist den Glauben an sich selbst verloren. In dieser Hinsichtliegt über dem Geist der Engländer noch immer die Nacht deS Mittel-alters; die heilige Idee von der bürgerlichen Gleichheit aller Men-schen hat sie noch nicht erleuchtet und manchen bürgerlichen Staats-mann in England, der torhsch gesinnt ist, dürfen wir deshalb bei-leibe nicht servil nennen und zu jenen wohlbekannten servilen Hundenzählen, die frei sein könnten, und dennoch in ihr altes Hundelochzurückgekrochen sind und jetzt die Sonne der Freiheit anbellen.
lim die englische Opposition zu begreifen, sind daher die NamenWhigs und Tories völlig nutzlos, mit Recht hat Francis Burdettbeim Anfange der Sitzungen voriges Jahr bestimmt ausgesprochen,daß diese Namen jetzt alle Bedeutung verloren; und Thomas Leth-bridge, den der Schöpfer der Welt und des Verstandes nicht mitallzuviel Witz ausgerüstet, hat damals dennoch einen sehr guten Witz,vielleicht den einzigen seines Lebens, über dieÄnßernugBurdettsgerisscn,nämlich: bls bus unborisci tlrg boriss unck unvIriAAsci kürs rvürAs.
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