Italien.
(1828—1829.)
Hcifis auch und Ulrich HüttenMußten ganz bestimmt sich rüstenWider braun' und blaue Kutten,Meine gehn wie andre Christen.
Goethe.
I.
Reise von München nach Genna.
Ein edles Gemüt kommt nie in eure Rechnung:u nd daran scheitert heute eure Weisheit. (Er öffnetseineu Schreibtisch, nimmt zwei Pistolen heraus, wovoner das eine auf den Tisch legt und das andere ladet.)
Roberts „Macht der Verhältnisse".
Knpitcl l.
Ich bin der höflichste Mensch von der Welt. Ich thue mir waSdarauf zu gute, niemals grab gewesen zu sein auf dieser Erde, Ivaes so viele unerträgliche Schlingel giebt, die sich zu einem hinsetzenund ihre Leiden erzählen oder gar ihre Verse deklamieren; mit wahr-haft christlicher Geduld habe ich immer solche Misere ruhig angehört,ohne nur durch eine Miene zu verraten, wie sehr sich meine Seeleennuyierte. Gleich einem büßenden Brahminen, der seinen Leib demUngeziefer prcisgiebt, damit auch diese Gottesgeschöpfe sich sättigen,habe ich dem fatalsten Menschengeschmciß oft tagelang stand gehaltenund ruhig zugehört, und meine inneren Seufzer vernahm nur Er,der die Tugend belohnt.
Aber auch die Lebensweisheit gebietet uns, höflich zu sein, undnicht verdrießlich zu schweigen, oder gar Verdrießliches zu erwidern,wenn irgend ein schwammiger Kommerzienrnt vder dürrer Käsekrämersich zu uns setzt, und ein allgemein europäisches Gespräch anfängtmit den Worten: „Es ist heute eine schöne Witterung." Man kannnicht wissen, wie man mit einem solchen Philister wieder zusammen-trifft, und er kann es uns dann bitter eintränken, daß wir nichthöflich geantwortet: „Die Witterung ist sehr schön." Es kann sichsogar fügen, lieber Leser, daß du zu Kassel an der Table d'hvte neben