William Ratclisf,
Als Knabe schon, wenn ich alleinc spielte,
Gcivahrt' ich vft zwei neblichte Gestalten,
Die weit ausstreckten ihre Nebelarme,
Sehnsüchtig sich in Lieb' umfangen wollten,
Und doch nicht konnten, und sich schmerzlich ansahn'Wie lustig und vcrschwimmend sie auch schienen,Bemerkt' ich dennoch auf dem einen AntlitzDie stolzverzerrtcn Züge eines Mannes,
Und ans dem andern milde Francnschönheit.
Oft sah ich auch im -vrauin die beiden Bilder,Und schaute dann noch deutlicher die Züge;Mit Wehmut sah mich an der Nebclmann,
Mit Liebe sah mich an das Nebelwcib. —
Doch als ich auf die hohe Schule kamZu Edinburgh, sah ich die Bilder seltner,lind in dein Strudel des StudentcnlcbcnsVerschwammcn meine bleichen Tranmgesichtc,Da brachte mich ans einer FerienreiseZufall hierher, und nach Mac-Gregors Schloß.
Maria sah ich dort! Mein Herz durchzuckteEin rascher Blitz bei ihren: ersten Anblick.
Es waren ja des Ncbelwcibes Züge,
Die schönen, stillen, liebefrommen Züge,
Die mich so oft im Traume angelächelt!
Nur war Märiens Wange nicht so bleich,
Nur war Mariens Auge nicht so starr.
Die Wange blühte und das Auge blitzte;
Der Himmel hatte allen LiebeszauberAns dieses holde Bild herabgcgossen;Die Hochgebenedeite selber warGewiß nicht schöner, als die Namensschwester;lind von der Liebe Sehnsuchtweh ergriffen,
Streckt' ich die Arme auS, sie zu umfangen — (PauseIch weiß nicht, wie es kam, im nahen SpiegelSah ich mich selbst — Ich war der Nebclmann,Der nach dem Nebelweib die Arme ausgestreckt!
War's eitel Traum? War's Phantasiecntrng?Maria sah mich an so mild, so freundlich,
So liebend, so verheißend! Aug' im AugeUnd Seck' in Seele tauchten wir. O Gott!
Das dunkle Urgeheimnis meines LebensWar plötzlich mir erschlossen, und verständlichWar mir der Sang der Vögel, und die SpracheDer Blumen, und der Licbesgruß der Sterne,