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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
Entstehung
Seite
56
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Tragödien.

Moria llöchelud). Ach, Gott sei Dank! Ihr habt mich sehr geängstigt.Jetzt bin ich wieder wohl. Margrethe, führ' mich,

Freundinnen warten meiner in dem Saal.

Margarethe längstlich zu Mac-Grczor).

Du, sei nicht bös. Die arme Margreth istNicht immer toll.

Mac-Gregar. Geht nur, wir folgen gleich.

(Maeia und Margarethe gehen ab.)

Zweiter Auftritt.

Mac-Gregor, Douglas.

Douglas. Ich staune, ist Marie so krankhaft reizbar?

Sie ist so ängstlich heute; sie erbleichtUnd zittert bei dem leisesten Geräusch

Mac-Gregor. Douglas! ich will und darf's Euch nicht verhehlen,Was heut so sehr Mariens Seele ängstigt.

Verzeiht, daß ich's Euch früher nicht eröffnet.

Tollkühn ist Euer Mut, und die Gefahr,

Die ich mit Klugheit von Euch abgewendet,

Hättet Ihr selber rastlos aufgesucht;

Fort Hütt' es Euch getrieben, ihn zu zücht'gen,

Den Frevler, der Mariens Ruhe störte.

Douglas. Wer darf Mariens Ruh' gefährden? sprecht!Mac-Gregor. Hört ruhig an die traurige Geschichte.

Sechs Jahre sind es jetzt, da kehrte einBei uns ins Schloß ein fahrender StudentAus Edinburgh, mit Raulen William Natcliff.

Den Vater hatt' ich einst gekannt, recht gut,

Recht gut, recht gut, er hieß Sir Edward Ratcliff.

Gastfreundlich nahm ich also auf den Sohn,lind gab ihm Speis' und Obdach, vierzehn Tage.

Er sah Marie, und sah ihr in die Augen,

Und sah dort viel zu tief, begann zu seufzen,

Zu schmachten und zu ächzen, bis MariaIhm rund erklärte, daß er lästig sei.

Die Liebe packt' er in den Korb und ging.

Zwei Jahre drauf kam Philipp Macdonald,

Der Earl von Ais, warb um Mariens Hand,

Und warb mit gutem Glück, und nach sechs MondenStand am Altäre hochzeitlich geschmücktDie holde Braut der Bräut'gam aber fehlte.

Wir suchten überall, in allen Zimmern,