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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
Entstehung
Seite
52
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Tragödien.

Geschichtschreibcr einen Propheten, der rückwärts schaue in die Ver-gangenheit; man könnte mit größerem Fug van dein Dichter sagen,daß er ein Geschichtschreiber sei, dessen Auge Hinansblicke in die Znknnft,Ich schrieb denWilliam Rateliff" zu Berlin unter den Linden,in den letzten drei Tagen des Januars 1821, als das Sonnenlichtmit einem gewissen lauwarmen Wohlwollen die schneebedeckten Dächerund die traurig entlaubten Bäume beglänzte. Ich schrieb in einemZuge und ohne Brouillvn. Wahrend dem Schreiben war eS mir, alshörte ich über meinem Haupte ein Rauschen, wie der Flügelschlageines Bogels. Als ich meinen Freunden, den jungen Berliner Dichtern,davon erzählte, sahen sie sich einander an mit einer sonderbaren Miene,und versicherten mir einstimmig, daß ihnen nie dergleichen beimDichten passiert sei.

Paris, den S4. November 1851.

Heinrich Heine.

Mit demRatcliff".

I.

An Rudolf Christian!.

Mit starken Händen schob ich von den PfortenDes Geisterreichs die rost'gen Eisenriegel;Vom roten Buch der Liebe riß ich dortenDie urgeheimnisvollen sieben Siegel-Und was ich schante in den ew'gen Worten,Das bring' ich dir in dieses Liedes Spiegel.Ich nnd mein Name werden untergehen,

Doch dieses Lied muß ewiglich bestehen.Weihnachten 1823.

II.

An Friedrich Mrrckcl.

Ich habe die süße Liebe gesucht,

Und Hab' deil bittern Haß gefunden;Ich habe gesenfzt, ich habe geflucht,

Ich habe geblutet aus tausend Wunden,

Auch Hab' ich mich ehrlich Tag und NachtMit Lumpengesindel herumgetrieben.Und als ich all diese Studien gemacht,Da Hab' ich ruhig den Natcliff geschrieben.Hamburg, den 12. April 1326.