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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
Entstehung
Seite
43
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Almansor.

In dem Becken schwimmen Rosen,

Nvscn von der schönsten Farbe;

Das ist Blut der besten Ritter,Die geleuchtet in Granada.

Alp. Ein traurig Lied. Es ist zu melancholisch.

Gebt uns ein lustig Hochzeitlied, recht lustig!

Der Hnrfcnspicler ( singt).

Es war mal ein Ritter, trübselig und stummMit hohlen, schneeweißen Wangen;

Er schwankte und schlenderte schlotternd herum,In dumpfen Träumen befangen.

Er war so hölzern und täppisch und links,Die Blnmlein und Mägdlein, die kicherten ringS,Wenn er stolpernd vorbeigegangen.

Oft saß er im finstersten Winkel zu Haus;Er hat sich vor Menschen verkrochen.

Da streckte er sehnend die Arme aus,

Doch hat er kein Wörtlein gesprochen.

Kam aber die Mitternachtstnndc heran,Ein seltsames Singen und Klingen begann,An die Thüre da hört er es pochen.

Da kommt seine Liebste geschlichen hereinIm rauschenden Wcllenschaumkleide.

Sie blüht und glüht, wie ein Röselein,Ihr Schleier ist eitel Geschmeide.

Goldlvckcn umspielen die schlanke Gestalt,Die Äuglein grüßen mit süßer Gewalt —

In die Arme sinken sich beide.

Der Ritter umschlingt sie mit Liebesmacht,Der Hölzerne steht seht im Feuer;

Der Blasse errötet, der Träumer erwacht,Der Blöde wird freier und freier.

Sie aber, sie hat ihn gar schalkhaft geneckt,Sie hat ihm ganz leise den Kopf bedecktMit dem weißen, dcmantcnen Schleier.

In einen krhstallcnen WasserpalastIst plötzlich gezaubert der Ritter.

Er staunt, und die Augen erblinden ihm fast,Vor alle dem Glanz und Geflittcr.

Doch hält ihn die Stixe umarmet gar traut,Der Ritter ist Bränt'gam, die Nixe ist Braut,Ihre Jnngfraun spielen die Zither.