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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
Entstehung
Seite
39
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Almcmsor. b

Almnnsor. Glaub inir, ich bin's. Ich seh' den spanischen HundDort spuckt er meinem Bruder in den Bart,lind tritt ihn noch mit Füßen obendrein.

Ich hör's: dort weint das arme Mütterchen;

Sie aß am Freitag gerne Gänsebraten,

Drnm bratet man sie selbst jetzt, Gott zu Ehren.

Am Pfahl daneben steht ein schönes Mädchen —

Die Flammen sind in sie verliebt, umschmeicheln,

Umleckcn sie mit lüstern roten Zungen;

Sie schreit und sträubt sich hold errötend gegenDie allzuheißen Bühlen, und sie weint —

O schade! aus den schönen Augen fallenHellreine Perlen in die gier'ge Glut.

Jedoch, was sollen diese Leute mir?

Mein Herz ist ganz durchstochen wie ein Sieb,

Hat keinen Raum für neue Schmerzenstichc,

Der blnt'ge Mann, der auf der Folter liegt,

Hat kein Gefühl für einer Biene Stachel,

Glaub mir's, ich bin Almansor noch, und gastfreiSteht meine Brust noch offen fremden Schmerzen;

Doch durch die engen Pförtlein Aug' und OhrSind Riesenleiden in die Brust gestiegen,

Die Brust ist voll — ( ängstlich leise)

Gar ein'ge wunde GästeSind herbergsnchend mir ins Hirn gestiegen,

Hassan. Steh aus! steh auf! sonst sag' ich dir ein Wort,Das dich aufgeißeln wird und neue GlutIn deine Adern gießt — (sich zu ihm heratbcugend pZnleima

Liegt heilte nacht in eines Spaniers Armen.

Almansor (aufspringend und sich krampfhaft windend).

Die Sonne ist mir auf den Kopf gefallen,

Das Hirn ist eingebrochen, und die Gäste,

Die dvrt sich eingenistet, taumeln auf,

Ilmflirren mich wie graue Fledermäuse,

Umstimmen mich, nmächzcn mich, umnebelnMich mit dem Duft vergifteter Gedanken! Mit sich den Kopf.)O weh! o weh! die Alte faßt mich an,

Reißt mir das Haupt vom Rumpf, und schleudert esIn einen Hochzeitsaal, wo zärtlich bellendEin spanischer Hund mein siißes Liebchen küßt,lind schnalzend küßt und herzt — O weh! O hilf mir!

(Wirft sich zu Hassans Fitsten.)

O hilf dein blut'gen, abgerißncn Kopf,