Zt> Tragödiein
Ein dröhnend dumpfes schweres Glvckcnlttntcn.
Schon an der Pfvrte goß sich mir entgegen
Ein dunkler Strom gcwalt'ger Orgeltönc,
Die hoch aufrauschten und wie schwarzer Sud
Im glühnden Zanberkcssel qualmig quollen.
Und wie mit langen Armen zogen mich
Die Riesentöne in das Haus hinein,
Und wanden sich um ineine Brust ivie Schlangen,
Und zwängten ein die Brust, und stachen mich,
Als läge auf mir das Gebirge Kaff,
Und Simurghs Schnabel picke mir ins Herz.
Und in dem Hause scholl wic'n Totcnlicd,
Das heisre Singen wunderlicher Männer
Mit strengen Mienen und mit kahlen Häuptern,
Umwällt von blum'gen Kleidern, und der feine
Gesang der weiß- und rotgeröcktcn Knaben,
Die oft dazwischen klingelten mit Schellen
Und blanke Weihrauchfässer dampfend schwangen.
Und tausend Lichter gössen ihren Schimmer
Auf all das Gvldgefunkel und Gcglitzer,
Und überall, wohin mein Auge sah,
Ans jeder Nische nickte mir entgegen
Dasselbe Bild, das ich hier wiedersehe,
Doch überall sah schmcrzenbleich und traurig
Des Mannes Antlitz, den dies Bildnis darstellt.
Hier schlug man ihn mit harten Gcißelhieben,
Dort sank er nieder unter Krenzeslast,
Hier spie man ihm verachtungsvoll ins Antlitz,
Dort krönte mau mit Dornen seine Schläfe,
Hier schlug man ihn ans Kreuz, mit scharfem Speer
Durchstieß man seine Seite, — Blut, Blut, Blut
Entquoll jedwedem Bild. Ich schaute gar
Ein traurig Weib, die hielt auf ihrem Schoß
Des Martermaunes abgezehrten Leichnam,
Ganz gelb und nackt, von schwarzem Blut umronnen —
Da hört' ich eine gellend scharfe Stimme:
„Dies ist sein Blut," und wie ich hinsah, schaut' ich (schanderndi
Den Mann, der eben einen Becher austrank.
(Pause.)
Zuleim». Ins Haus der Liebe trat dein Fuß, Almansor,
Doch Blindheit lag auf deinen Augenwimpern.
Vermissen mochtest du den heitern Schimmer,
Der leicht durchgaukclt alte Heidcntempcl,
Und jene Wcrkcltagsbequemlichkeit,