24 Tragödien.
Zärtlich blickt der Mvnd herunter,
Spiegelt sich in Büchleins Fluten,lind vor Liebe taucht er unter,
Kühlt im Wasser seine Glitten.
Wollustatmcnd, in der Schwüle,
Schnäbeln weiße Tnrtcltänbchen;
Flimmernd, wie zum Liebesspicle,
Fliegt der Glühwurm nach dem Weibchen.
Lüftlein schauern wundersüße,
Ziehen feiernd durch die Bäume,
Werfen Kuß und LicbesgrüßeNach dem Schatten weicher Träume.
Blümlein hüpfet, Bächlein springet,
Stcrnlcin kommt herabgeschossen,
Alles wacht und lacht und singet —
Liebe hat ihr Reich erschlossen.
Zuleimns lStimmc im SchloU.
Ist es ein Traum, der freundlich mich nmgankcltUnd liebe Tone in mein Ohr zurückruft?
Ist es ein Unhold, der, mich zu verlocken,
Des Freundes süße Stimme künstlich nachäfft?
Ist's gar der tote, irrende Almansvr,
Der in der Nacht gespenstisch mich umschleicht?
Almnnsor. Es ist kein Traum, der täuschend dich nmgankelt,Es ist kein Unhold, der dich will verlocken,
Auch ist's kein toter, irrender Almansor —
Es ist Almansor selbst, der Sohn Abdullahs.
Er ist zurückgekehrt, und trägt noch immerLebend'ge Liebe im lebend'gen Herzen.
Zuleima tritt mit einem Lichte ans den Balkon.
Znlrimn. Sei mir gegrüßt, Almansor ben Abdullah,
Sei mir gegrüßt im Reiche der Lebend'gen!
Denn längst kam uns die trübe Mär: tot seiAlmansor, — und Zuleimas Augen wurdenZwei unversiegbar stille Thränengnellen.
Almansor. O süße Lichter, holde Vcilchenangcn,
So seid ihr mir noch immer treu geblieben,
Als meiner schon vergaß Zuleimas Seele!
Znlrimn. Die Augen sind der Seele klare Fenster,Und Thränen sind der Seele weißes Blut.
Almansor. Und floß auch Blnt schon ans Almansors SeeleAm Grab der Mutter und am Grab des Vaters,