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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
Entstehung
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Almcmsor.

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Er wolle fliehen aus dein Land der Schlangen,lind meinen Svhn, das eigne Pflegekind,

Den wolle er dem Zorne Allahs opfern,lind mit des Sohnes Blut den Vater sühnen,

Und Wort gehalten hat der Wüterich!

Vergebens eilte ich nach seinem Schlosse;

Er war cntflohn, entflvhn mit seiner Beute.

Ich sah den armen Knaben nimmer wieder;

Und Krämer einst, die von Marokko kamen,

Erzählten mir twm Tode meines Sohns.

Don Enrigue (mit afscltiertcm Schmerze).

O schrecklich! schrecklich! Rührung übermannt mich!

Mein Herz verblutet! Und Ihr habt Ench nichtFurchtbar gerächt an diesem Wüterich?

Ihr hattet ja des Buben eigne TochterIn der Gewalt? Wie habt Ihr da gehandelt?

AI» (stolz). Ich Hab gehandelt, Senor, wie ein Christ. (Geht ab.)Do» Enrique (allem). Soll ich es Don Diego sagen? Ja, ja.Er soll mal sehn, daß er nicht alles weiß.

Er sieht mich an für dumm. Nur immer zu!

Wir wollen sehen, wer der Klügste ist. (Die Tanzmusik beginnt wieder.)Doch still davon. Da rufen schönre Töne,

Und meine schöne Donna darf nicht warten. (Er geht ab.)

Nacht. Alys Schloß von außen. Die Fenster sind erleuchtet.Fröhliche Tanzmusik im Schlosse.

Almansor steht sinnend davor. Die Musik schweigt.Alnuuisvr. Fürwahr, recht hübsch ist die Musik. Nur schade,Hör' ich der Zimbeln hüpfend Helles Klingen,

Fühl' ich im Herzen tausend Natterstichc;

Hör' ich der Geigen langsam weiche Töne,

Zieht mir ein Messer schneidend durch die Brust;

Hör' ich dazwischen die Trompeten schmettern,

Znckt's mir durch Mark und Bein wie'n rascher Blitz;lind hör' ich dröhnend dumpf die Pauken donnern,

So fallen Kcnlcnschläge auf mein Haupt.

Ich und dies HauS, wie passen wir zusammen?

(Wechselnd nach dem Schlosse und nach seiner Brust zeigend.)

Dort wohnt die Lust mit ihren Harfentönen;

Hier wohnt der Schmerz mit seinen gift'gcn Schlangen,

Dort wohnt das Licht mit seinen goldnen Lampen;

Hier wohnt die Nacht mit ihrem dunkeln Brüten.

Dort wohnt die schöne, liebliche Znleima; —

He ine'S Werke. IV. Bd. 2