1V Tragödien.
Mit dein du, hariüschglttnzend, waffenklirrend,
Zu uns Erstaunten tratest in den Saal.
Ich seh' dich noch, wie du zum Vater sprachest:„Ich kann nicht länger dienen dir, Abdullah,
Diewcil mein Gott jetzt seines Knechts bedarf."Und festen Gangs verließest du das Schloß,
Und seit der Zeil sah ich dich niemals wieder.
Hassan. Zu jenen Kämpfern hatt' ich mich gesellt,Die ins Gebirge, auf die kalten Höhn,
Mit ihren heißen Herzen sich geflüchtet.
So wie der Schnee dort oben nimmer schwindet,So schwand auch nie die Glut in unsrer Brust;Wie jene Berge nie und nimmer wanken,
So wankte nimmer nnsre Glaubenstreue;
Und wie von jenen Bergen FelsenblöckeÖfters herunterrollen-, atlzerschmetternd,
So stürzten wir von jenen Höhen oftZermalmend auf das Christenvolk im Thal;
Und wenn sie sterbend röchelten, die Buben,
Wenn ferne wimmerten die Tranerglocken,Und Angstgesänge dumpf dazwischen schollen,
Dann klang's in nnsre Ohren süß wie Wollust.
Doch hat solch blutigen Besuch erwidertUnlängst Graf Aguilar mit seinen Rittern;
Der hat zum letzten Tanz uns aufgespielt,
Und beim Geschmetter gellender Trompeten,
Bei der Kanonen dumpfem Paukcnschalle,
Beim Kehrausficdeln kastilianscher Klingen,
Und bei der Kugeln lustig Hellem PfeifenFlog jählings mancher Maure in den Himmel,Und wen'ge nur entrannen wir dem Tanzplatz.
Doch sprich, Almansor, wie erging es cnch?
Mit jenen Freunden floh ich jüngst hierher.
Und fand nur öde Säle, und betrübtSahn auf mich nieder diese kahlen Wände,
Und traur'ge Ahnung gab das traur'ge Schloß.Almniisor. Verlange nicht ein Klagelied, laß schlummernDie lieben Toten und Almansvrs Schmerzen.
Du sahst ja damals, wie auf schwarzem RoßDer gute Alh hergebracht das Unglück.
Nie kommt das Unglück ohne sein Gefolge!
Tagtäglich kamen aus Granada schlimmreBotschaften her; und wie der Wandrer schnellSich mit dein Antlitz auf den Boden wirft,