Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
Seite
221
Einzelbild herunterladen
 

^illi

>ch.

^'''AÜK ^

''-Äil>^

l- Äü"»'klin Vit«- öitÄKiÄ M

> -' 'ÄKiö

:.'N!:t Ai m7

, I.A ^ Wv7i.vzm»lk-'M,nküiÄ>

->!IW V>.

?!I!I> » ^

A>

Der mosaische Segenswunsch.

221

noch Menschen durch Ungeduld vornehmen, sondern beyde, inwen-dig und auswendig, gegen Gott und den Menschen, stille undfriedlich bleiben, bis der endliche und ewige Friede komme.

Dieser Segen ist nicht weit von dem andern gemeinen Se-gen, den man in der lateinischen Sprache giebt und auf Deutschalso lautet: Es segne euch Gott der Vater und der Sohn und Heili-ger Geist, Amen. Denn dem Vater wird das Werck der Schöpf-fung zugeeignet, welches dieser unser Segen auch rühret und klarerausdrückt, da er spricht: Der Herr segne dich und behüte dich, dasist, er gebe dir gnadiglich Leib und Leben und was darzu gehöret.Also dem Sohne wird das Werck der Erlösung zugeeignet, wel-ches dieser Segen auch rühret und erklaret, da er spricht: DerHerr erleuchte sein Angesicht über dir u. s. w., das ist, er helfedir von Sünden und sey dir gnadig, und gebe dir seinen Geist.Und dem Heiligen Geist wird das Werck der taglichen Heiligung,Trost und Stärcke wider den Teufel, und endlich die Auferwe-ckung vom Tode zugeeignet, welches dieser Segen auch rühretund erklaret, da er spricht: Der Herr erhebe sein Angesicht u. s.w.,das ist, er wolle dich starcken, trösten und endlich den Sieg ge-ben, wie droben 13. folg. gesagt.

Daß aber Gott bey diesem Segen gebeut, sie sollen seinenNamen über die Kinder Israel brauchen, wenn sie segnen, hatdie Meynung, daß er die Segen der Abgötter verboten haben will,als da war der Gott Baal, der Gott zu Dan und dergleichen,mit welchen die falschen Propheten unter dem Schein des rechtenGottes das Volck zu segnen pflegten, wie man hin und wieder inden Propheten klagen höret. Gleichwie bey uns die Pfaffen undMönche uns gesegnet haben, durch der Heiligen Namen, wie manin den Collecten findet, da sie unverschämt beten: Gott wolleuns um dies und um des Heiligen willen dies und das geben.Das sind abgöttische Gebete und Segen, die nicht im NamenGottes allein geschehen, wie es doch seyn soll.