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2 (1827)
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214
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214 Won den zehn Geboten.

wird, Amen. Also thut die Gnade Gottes durch Christum, un«fern Herrn.

Kurtzer Beschluß der zehn Gebote.

Spricht Christus selbst: Was ihr wollet, daß euch die Leutethun sollen, dasselbe thut ihr ihnen auch, das ist das gantze Ge-setz und alle Propheten, Matth. 7, 12. Denn niemand willfür seine Wohlthat Undanck leiden, oder seinen Namen einemandern lassen. Niemand will Hoffart gegen ihn erzeiget haben.Niemand will Ungehorsam, Zorn, Unkeuschheit seines Weibes,Beraubung seiner Güter, Lügen, Trügen, Affterreden leiden; son-dern Liebe und Freundschaft, Danck und Hälfe, Wahrheit undTreue von seinem Nahesten erfinden. Das gebieten aber allesdie zehn Gebote.

Seine selbst eigene Liebe und Gottes und des Nahesten Ver-achtung nimmt Gott, das seine, und entzeucht ihm, was ihreist, und entbeut ihm nicht, das ihre ist.

Die Liebe Gottes und des Nächsten und sein selbst Verachtung

enthalt sich der Güter und Namen Gottes und entbeut ihmihr blosses nichts, enthalt sich der Güter des Nahesten und ent-beut ihm das ihre und sich selbst.

Mercke, es ist ein grosser Jrrthum, so jemand zum Heili-gen Sacrament gehet, der sich auf das untreue Vortheil verlaßt,daß er gebeichtet, gebetet und ihm nicht einiger Todsünde bewußtist. Denn die werden ihnen selbst das Gericht empfahen, 1. Cor.11, 29., sintemal sie nicht rein noch würdig werden durch solcheihre Wercke oder Gewissen, ja durch solche vermessene Reinigkeitvielmehr unrein werden.

Aber wer da glaubet und vertrauet, er wolle Gnade undReinigkeit am Sacramente erlangen, dieser Glaube und Vertrauenmacht reine und würdige Empfaher, welcher sich nicht auf dieobgenannten Wercke verlaßt, sondern auf das reine, getreue undgütige Wort und Verheissen Christi, da er Matth. 11, 28. spricht-Kommet zu mir alle, die ihr arbeitet und beschweret seyd mitSünden, ich will euch erquicken."