Druckschrift 
2 (1827)
Entstehung
Seite
212
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212 Bon den zehn Geboten.

Wer verdienten Lohn vorhält und Schuld verleugnet. Wer sei-nem Nächsten, Dürftigen nicht borget oder leihet ohne allen Auf-satz. Alle, die geitzig sind und eilen reich zu werden, und wiesonst fremdes Gut behalten und zu sich gebracht wird.

Die Uebertretung des achten Gebots.

Wer vor Gerichte die Wahrheit verschweiget und unterdrücket.Wer schädlich leuget und betreugt; item alle schädliche Schmeich-ler und Ohrenbläser, Zweyzüngige, die Uneinigkeit und Unfriedemachen. Wer des Nächsten Gut, Leben, Wercke und Worte übelausleget und schmähet. Wer denselben bösen Zungen Statt giebt,hilft, und nicht widerstehet.

Die Uebertretung des neunten und zehnten Gebots.

Diese zwey letzten Gebote gehören nicht in die Beichte, son-dern sind zum Ziel und Mahl gesetzt, da wir hinkommen sollenund taglich durch Busse daran arbeiten mit Hülfe und GnadeGottes. Denn die böse Neigung stirbt nicht eher gründlich, dasFleisch werde denn zu Pulver und neu geschaffen. Die fünf Sinnewerden eingeschlossen im fünften und sechsten Gebote. Die sechsWercke der Barmhertzigkeit im fünften und siebenten. Die siebenTod-Sünden, Hossart w. im ersten und andern. Unkeuschheitim sechsten, Zorn und Haß im fünften. Fraß im sechsten. Träg-heit im dritten und wol in allen. Die fremden Sünden sind inallen Geboten; denn mit Heissen, Rathen und Hülfe wider alleGebote gesündiget kann werden. Die rüstenden und stummenSünden sind wider das fünfte, sechsste und siebente Gebot w.Also thut die Natur, ihr selbst gelassen, durch Adams ersteSünde.

Die Erfüllung der zehn Gebote Gottes.Die Erfüllung des ersten Gebots.

Gottes Furcht und Liebe im rechten Glauben und vestemVertrauen, gantz blos, lauter, in allen Dingen gelassen stehen,sie seyn böse oder gut.

Die Erfüllung des andern Gebots.

Lob, Ehre, Gebenedeyung und anruffen Gottes Namen,