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2 (1827)
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182
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182 Von der Verstockung Pharao's.

lasset alle solche Gedancken, und beruhet nur darauf, daß Gottniemand messen oder ihm Gesetze vorschreiben solle, denn Gott seygar ex lex, wie man saget. Aber man kann dies die Vernunftnicht bereden, vielweniger kann man sie es überreden, oder ihraus den Augen reissen das heillose, verfluchte Grübeln und For-schen in so hohen und unbegreiflichen Sachen, da sie stets spricht:Warum Gott dies oder jenes thate? Aber mit diesem Messenbringet man sich um Leib, Leben und unfern Herrn Gott, daHeisset es: Miß in des Teufels Namen hin. Aber ein jeglichHertz, das da sagen kann: Lieber Gott, mache es, wie es dirgefallt, ich bin zufrieden! das kann nicht untergehen, aber dieandern müssen zu Boden gehen.

Darum spricht St. Paulus zu den Römern am 9, 20:„Wer bist du, der du mit Gott rechtest?" Du bist ein Mensch,und willt mit Gott rechten; wo willt du es nehmen? Du mußtdas Gesetz haben, willt du mit Gott rechten, nemlich, also müsseman thun; und dieweil es also nicht gethan ist, so ist man demGesetze nicht nachgekommen. Hui, willt du auch mit Gott alsohandeln? Das gebühret sich nicht. Mit dem Nächsten magst duumgehen, der hat das Gesetze, das soll er thun, nicht rauben,stehlen, ehebrechen u. s. w., aber Gott will thun, wie es ihmgefallet, und muß also thun, denn sein Wille ist das Gesetz, eskann nicht anders seyn.

Der Mensch wird darum fromm genennet, wenn er handeltund lebet nach dem Gesetze. Mit Gott kehre es gar um, daHeisset ein Werck darum gut, daß es Gott thut. Mein Werckist darum nicht gut, daß ich es thue, sondern daß es nach demGesetze Gottes gethan ist, darinnen mir vorgeschrieben ist, wasich thun soll. Ich muß aus meinem Sinne in ein höheres treten,nemlich in das Gesetz Gottes. Gott ist nicht darum fromm, daßer dies Werck thut, sondern darum ist das Werck recht, gut, hei-lig und wohlgethan, denn er selbst thut es; und also die GutheitHerkömmet von Gott und nicht von dem Wercke. Gott ist derThater, und nimmt die Gutheit nicht von dem Wercke oder Ge-setze. Aber wir nehmen die Guthett nicht davon, daß wir gutesverbringen und davon bey den Leuten geachtet werden; sondern,daß dem Gesetze recht geschehe, so muß es durch den HeiligenGeist erfüllet werden, alsdenn so bekommen wir auch den Na-men, daß wir fromm sind.

Unsere Vernunft siehet durch ein gefarbet, roth oder blau'-Glas, das kann sie nicht von den Augen thun; darum alles, was