ZK Vom Ursprung der Opfer.
meine Lust täglich und spielete auf seinem Erdboden, und meineLust war bey den Menschen-Kindern.
Und hat sich Adam deß sonderlich getröstet, daß, nachdemer das Paradies, den Baum des Lebens und andere Bequem-lichkeit, welche seine Gnaden-Zeichen waren, verloren hatte, ihmGott ein ander Zeichen, nemlich das Opffer, gegeben hatte, da-durch er verstehen könnte, daß er von Gott noch nicht verflossenwäre, sondern daß er sich sein noch annehme und auf ihn sähe.Denn das zeiget Gott damit an, daß er die Opffer mit Feuervom Himmel anzündete und verzehrete, wie wir von dem OpfferMosis und Eliä lesen. Denn das waren gewisse Anzeigungengöttlicher Gnade, welche die armen Menschen bedurften, daß sienicht ohne einigem Licht und Erkenntniß wären der Gnade Gottes.
Also seyn jetzt unsere Morgensterne das Wort, die Taufeund das Nachtmahl des Herrn, auf welche wir sehen, als aufgewisse Zeichen der Sonne der Gnaden. Denn wir können ge-wißlich schliessen und sagen, daß allda Christus Vergebung derSünden und ewiges Leben sey, da das Sacrament, die Taufeund das Wort ist. Wiederum, wo auch diese Gnadenzeichen nichtsind, oder von den Menschen verachtet werden, daß daselbst nichtallein keine Gnade ist, sondern müssen auch gräuliche Jrrthümerfolgen, daß sich die Leute andere Gottesdienste erdencken und an-dere Aeichen aufstellen.
Also hat es Gott bald von der Welt Anfang, da er dieVerheissung von unserer Seligkeit hat bekräftigen und gewißmachen wollen, dahin gerichtet, daß die Menschen gewisse Zeichenhaben möchten, damit sie sich in ihren Sünden trösten und durchdas Vertrauen auf die göttliche Gnade aufrichten könnten. Dennim Opffer gilt nicht das Werck, sondern Gottes Gnade und dieKraft göttlicher Zusage, daß Gott einen solchen Gottesdienst selbstordnet und zusaget, er wolle denselben sich gefallen lassen. Dasnun bey uns jetzund ist die Taufe und des Herrn Nachtmahl, dasist bey Adam nach der Verheissung gewesen das Opffer. DennGott hat in den Opffern seine Gnade offenbaret und mit demAnzünden und Verzehren durch das Feuer angezeiget, daß er siesich gefallen ließe.
So unterweiset nun Adam seine Söhne zu solchem Gottes-dienst, daß sie also Gott dancken, Gott loben und von seinerGnade und Barmhertzigkeit gewissen Trost und Hoffnung haben.Cain aber ist gottlos, bläset sich auf und überhebet sich der erstenGeburt, verachtet solche schöne Predigt des Vaters, und opffert