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2 (1827)
Entstehung
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19
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Von der Versuchung. 19

Gotteslästerung, in Haß und Verachtung Gottes, ja, das nochmehr ist, in Feindschaft gegen Gott gefallen ist; ich geschweigeder grausamen Tyranney des Teufels, welchem diese elende Na-tur um der Sünde willen unterworfen seyn muß. Darum, sageich, soll man solches groß machen, darum, daß wo man dieGröße des Schadens und der Kranckheit nicht recht erkennet,man auch die Artzeney nicht erkennet, noch begehret. Denn jemehr du die Sünde verglimpffen und gering machen wirst, jemehr wird auch die Gnade gering und klein werden.

Darum, wenn sie nun sagen, die Vernunft weiset und füh-ret zum besten, so sage du, ja, zu dem besten politischer und bür-gerlicher Weise, davon die Vernunft urtheilen kann; in demsel-ben saget, richtet und führet sie zu dem, das leiblicher und welt-licher Weise ehrlich uyd nützlich ist. Wie kann man sie aber gutnennen in höheren und geistlichen Sachen, weil sie ohne alle Er-kenntniß Gottes ist, und sie von Gottes Willen sich gar abgekeh- >>ret und abgewandt hat? Nun weiß man biß auch, wenn manvon Gottes Erkenntniß lehret und damit umgehet, daß die, soder besten Vernunft und Willens (daß ich es so nenne) seynwollen, dem Evangelio auf das bitterste feind seyn.

Darum sollen wir in der Theologie erstlich also sagen, daßdie Vernunft in den Menschen wider Gott, und Gott am fein-desten ist; zum andern, sey auch der Wille, da er am ehrlichstenseyn will, Gottes Willen zum höchsten entgegen, wie davon dennkömmt Haß des Worts und Verfolgung frommer ChristlicherLehrer. Derohalben, wie gesaget, sollen wir diesen Schaden,welcher um der Sünde willen unserer ersten Eltern auf diemenschliche Natur gerathen ist, nicht gering machen oder extenui-ren, sondern vielmehr groß machen und amplisiciren: so wirdalsdenn folgen, daß wir unfern Jammer und Elend beklagenund seufzen nach dem Herrn Christo, dem einigen Artzt undHelfer, der darum vom Vater gesandt ist, daß diese Schadenund Wunden, so uns der Teufel durch die Sünde angehangethat, durch ihn sollen geheilet werden, und wir zur verlornen ewi-gen Herrlichkeit durch ihn wiederkommen.

Wir wollen Mosis Worte vom Sündenfall nacheinanderbesehen.

Erstlich thut es der Satan Gott nach. Denn wie GottAdam erst geprediget hatte, so prediget er hier auch der Heva.Und ist wahr, wie man im Sprüchwort saget: In GottesNamen hebet sich alles Unglück an, denn wie aus Gottes Wort,

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